Benedikt Kautsky und der Arbeitskreis, der seinen Namen trägt Fritz Klenner Die Festschrift ist Philip-p Rieger und Theodor Prager gewidmet. Rieger ist seit 1973 Obmann des Arbeitskreises, Prager einer der regsten Diskussionsteilnehmer. Dieser „Arbeitskreis Dr. Benedikt Kautsky" wurde zwar 1970 als Verein bei der Vereinsbehörde angemeldet und hat sich die erforderli¬ chen Satzungsbestimmungen über Rechte und Pflichten der Mitglieder und die Wahl seiner Organe gegeben, aber das ist reine Formalität, denn seit der Gründung des Kautsky-Kreises im Jahre 1959 ist er eine Studiengemeinschaft, die keines konventionellen Rahmens bedarf. In den mehr als zwanzig Jahren, da der Arbeitskreis besteht, ist ein beträchtlicher Teil seiner Mitglieder durch den Tod abgegangen, neue kamen hinzu und das Interesse ist wach geblieben. Es hat keine Vereins„krisen" und keinen Teilnehmerschwund an den Veranstaltun¬ gen gegeben - ein Zeichen ungebrochener Lebenskraft. Wie kam es nun überhaupt zur Bildung des Arbeitskreises? Bei einer Schilderung des Entstehens und der Entwicklung des Kautsky-Kreises ist gerade das von Nachteil, was zeit seines Gestehens sein Vorzug ist, nämlich die völlige Ignorierung von Vereinsformalitä¬ ten. Es gibt keine laufenden Protokolle von Sitzungen und Veranstal¬ tungen, auf die man sich stützen könnte. Man muß aus der Erinnerung schöpfen. Zu den Reminiszenzen aus der Vergangenheit gehört der folgende Rückblick Philipp Riegers auf die geistige Situation in Österreich bis ins zweite Jahrzehnt nach 1945. Rieger folgert, daß wenn einmal die Wirtschaftsgeschichte Österreichs nach Abschluß des Staatsvertrages geschrieben wird, auch der geistige Einfluß zweier Gruppen von 547