Editorial Nach dem historischen Jahr Im "historischen Jahr" 1989 hat sich mit atemberaubender Geschwindigkeit in Osteuropa ein Umw�lzungsproze� voll� zogen und die politischen Strukturen in diesen L�ndern v�llig ver�ndert. Die Schaffung der f�r die Einrichtung parlamentarischer Demokratien notwendigen Institutionen wird noch einen gewissen Zeitraum erfordern, doch kann man davon ausgehen, da� diese Aufgabe zumindest in den Nachbarl�ndern �sterreichs in wenigen Jahren bew�ltigt werden kann, wobei die generelle Zielrichtung klar erkenn� bar ist. Durch die politischen Umw�lzungen ist auch die Wirtschaft der osteurop�ischen L�nder in einem Ma�e in Bewegung gekommen, das noch vor wenigen Jahren nicht absehbar war. Die meisten Beitr�ge zur Diskussion �ber die Reform der osteurop�ischen Wirtschaftssysteme aus der Zeit vor 1989 sind aus heutiger Sicht �berholt und nur noch von histori� schem Interesse. Wenn den verschiedenen Konzepten zur Neugestaltung oder Verbesserung des "wirtschaftlichen Mechanismus" ein entscheidender Durchbruch versagt blieb, so hat dies einesteils mit der fehlenden politischen Bereit� schaft zur Umsetzung von aus heutiger Sicht sehr moderaten Reformma�nahmen zu tun, seinen haupts�chlichen Grund jedoch in der Aussparung der Eigentumsfrage - die Zulas� sung privater Unternehmungen war allenfalls in marginalem Umfang Bestandteil dieser Konzepte. Die politische Revolution hat nun auch im wirtschaftlichen Bereich v�llig neue Voraussetzungen geschaffen. In Ost� europa geht es jetzt nicht mehr um eine "Reform" des Wirtschaftssystems in dem bis 1988 �blichen Verst�ndnis, sondern um eine grundlegende Transformation zur Markt� wirtschaft mit Privateigentum an den Unternehmungen. Ein verh�ltnism��ig gro�er Teil der �u�eren, v. a. der rechtlichen Rahmenbedingungen f�r diese Transformation kann rasch geschaffen werden. Hingegen wird der Transformationspro� ze� selbst viele Jahre, ja Jahrzehnte, in Anspruch nehmen und damit ungleich viel mehr Zeit brauchen als die N euge� staltung des politischen Systems. Aus den bereits durchgef�hrten Ma�nahmen in Polen und den Absichtserkl�rungen der neuen Regierung in der Tsche� cheslowakei bzw. der neuen Parteien in Ungarn ist erkenn� bar, da� die �ber Jahrzehnte akkumulierten und verfestigten Ungleichgewichte so weit wie m�glich auf einen Schlag 3