unvermeidlich und somit - kurzfristig unprofitable - Unter­ stützungen aus dem Westen nötig. Die Probleme, die es zu beseitigen gilt, sind vielfältiger Natur. Ein effizientes, dezentrales, marktwirtschaftliches System erfordert funktionierende relative Preise auf Güter-, Kapital- und Arbeitsmärkten. Somit genügt nicht die Koope­ ration mit westlichen Unternehmen, sondern es bedarf einer Freigabe der Preisbildung, einer Kalkulation in den Wirt­ schaftseinheiten auf allen Ebenen. Administrierte und sub­ ventionierte Preise können allerdings dort beibehalten wer­ den, wo gesamtwirtschaftlicher Steuerungsbedarf besteht. Die zu erwartenden Strukturanpassungen erfordern wie­ derum Maßnahmen zur sozialpolitischen Absicherung, z. B. eine Arbeitslosenunterstützung. Es müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, daß die Kom­ petenz und auch die Haftung für betriebswirtschaftliche Entscheidungen vom Staat auf die einzelnen Wirtschaftsein­ heiten übergeht. Zur langfristigen Sicherung der ökonomischen Entwick­ lung, zur Lösung der Probleme bei der Modernisierung und Produktivitätssteigerung, für die entsprechende Versorgung von Unternehmen und Haushalten, ist eine Neugestaltung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen ein entscheiden­ des Element der Reformen, die somit eine Aufgabe der bisherigen Trennung zwischen binnenwirtschaftlicher und außenwirtschaftlicher Sphäre bedingen. Auf östlicher Seite ist darauf zu achten, daß die Exporte in den Westen nicht zu subventionierten Dumping-, sondern zu Marktpreisen erfolgen, was einer raschen Modernisierung der Industriestruktur bedarf. Wissenschaftlich-technischer Fort­ schritt muß in exportfähigen Produkten einen Niederschlag finden, und die westlichen Handelspartner müssen auf sta­ bile, ausgereifte, gesetzliche Regelungen bezüglich Außen­ handel, Investitionsschutz, Zolltarife und Bankgarantien auf­ bauen können. Mittelfristig wird auch ein Konzept zur Kon­ vertibilität der Ostwährungen erarbeitet werden müssen. Daraus ergibt sich die Frage, in welcher Weise der Westen hilfreich zu dieser Entwicklung beitragen und gleichzeitig seine wirtschaftlichen Interessen wahrnehmen kann. Eine große Zahl von Produktionsanlagen in Osteuropa stammt aus der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und ist hoffnungs­ los veraltet. Aufgrund der Dezentralisierung und des Devi­ senmangels ist kaum mehr mit dem Import schlüsselfertiger Anlagen zu rechnen, sondern mit einem Bedarf nach Maschi­ nen, Ausrüstungen und Werkzeugen, was zur Modernisierung der Leichtindustrie, zur Effizienz- und Produktivitätssteige­ rung unumgänglich ist. Daraus ergeben sich besondere Chan- 7