hauptsächlich auf eine stärkere Bundesfondsfinanzierung (z. B. KRA­ ZAF) der Länder zurückzuführen ist. Das Finanzausgleichsgesetz 1985 brachte den Ländern eine erhöhte Beteiligung an den gemeinschaftli­ chen Bundesabgaben, wodurch eine Reduktion der Landesumlage von 10,5 Prozent auf 8,3 Prozent kompensiert werden sollte. Dadurch wird der Trend der sinkenden Bedeutung der Abgabenfinanzierung schein­ bar gebrochen. Die Länder konnten (vgl. Tabelle 2) ihren Anteil am Gesamtabgabenertrag verteidigen, das Sinken der Gesamtabgaben relativ zu den ordentlichen Einnahmen des Gesamtsstaates wurde aber bei den Ländern zum geringsten Teil dadurch kompensiert, daß eigene Einnahmen (z. B. Verwaltungsgebühren) überproportional erhöht wur­ den, sondern dadurch, daß eine verstärkte Fondsfinanzierung erfolgte und es gelungen ist, die Mittel aus dem sekundären Finanzausgleich fast gleich wie die Gesamteinnahmen wachsen zu lassen (wenn man vom Effekt der Landesumlagensenkung absieht). Die ausschließlichen Gemeindeabgaben verlieren an Bedeutung für die Gemeindefinanzierung. Eine wichtige Rolle spielen dabei die beson­ ders Unelastischen Grundsteuereinnahmen wie auch die nicht ausrei­ chend elastischen Gewerbesteuereinnahmen. Dieser Verlust konnte durch eine Forderung der Gebührenfinanzierung nur beschränkt aus­ geglichen werden. Anteilsverluste bei den gemeinschaftlichen Bundes­ abgaben werden durch Finanzzuweisungen nur teilweise kompensiert, so daß der Anteil der Gemeinden an den gesamten Staatseinnahmen leicht rückläufig war (vgl. Tabelle 1). Das führt zur Frage, ob diese Form des Finanzausgleiches noch bedarfsadäquat ist. Insgesamt lassen sich somit zwei Tendenzen feststellen, die den vertikalen Finanzausgleich kennzeichnen und somit als Ergebnis der Finanzausgleichsverhandlungen wirken: - Der Anteil der Gebietskörperschaften an den ordentlichen Gesamt­ einnahmen darf sich nicht verändern. - Der Anteil der Gebietskörperschaften am Gesamtabgabenertrag darf sich nicht verändern. Der Bund bestimmt aufgrund seiner umfassenden Regelungskompe­ tenz die Steuerquote und insofern das Entwicklungstempo der Gesamt­ einnahmen. In der Vergangenheit ist der Gesamtabgabenertrag langsa­ mer gewachsen als die Gesamteinnahmen des Staates. Für den Bund wurde ein sinkender Anteil an den ausschließlichen Bundesabgaben ausgewiesen und ein steigender Anteil an den gemeinschaftlichen Bundesabgaben. Diese Anteilsveränderungen kamen aber nicht durch Änderungen der Verteilungsschlüssel an den einzelnen Abgaben im Finanzausgleichsgesetz zustande, sondern durch Systembrüche, wie insbesondere die Umwandlung der Bundesmineralölsteuer in eine gemeinschaftliche Bundesabgabe. In den achtziger Jahren bestimmte der Bund durch verstärkte Gebührenfinanzierung, Festlegung bestimmter Monopolpreise und Entgelte die Einnahmendynamik wesentlich mit. Die Länder wiederum sicherten ihren Anteil wie folgt: Sie haben nur sehr beschränkte Möglichkeiten zur Erschließung eige- 1 8