BEITRÄGE ZUR INTERNATIONALEN SCHULDENDISKUSSION Rezension von: Bombach, G., Gahlen, B., Ott, A. E. (Hrsg.), Die nationale und internationale Schuldenproblematik, Schriftenreihe des Wirtschaftswissenschaftlichen Seminars Ottobeuren, Band 18, J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1989, 256 Seiten, DM 80,- Der Tagungsband des Wirtschafts­ wissenschaftlichen Seminars Otto­ beuren enthält im wesentlichen sechs Hauptbeiträge (Referate) zu real- und finanzwirtschaftliehen Aspekten na­ tionaler und internationaler Schulden­ krisen, zu denen ausführliche Diskus­ sionsbeiträge (Koreferate) geliefert werden. Den Abschluß bildet die Zu­ sammenfassung der Generaldiskus­ sion zum Thema. In seinem Einführungsreferat ver­ sucht Bombach, einen Überblick über die theoretischen Konzepte durch Da­ tenmaterial zu untermauern. Dabei wird der alten Frage nach den "Gren­ zen der Verschuldung" ebenso nach­ gegangen wie den Unterschieden zwi­ schen interner und externer Schuld. Die Standpunkte einzelner "Schulen" zum Schuldenproblem und ihre Brauchbarkeit zur Erklärung realer Phänomene wird ebenfalls unter­ sucht. Die verschiedenen Konzepte für die "Grenzen der Verschuldung", die nach wie vor als gleichberechtigte, gebräuchliche Konzepte nebeneinan­ der stehen, zeigen, daß man in dieser Frage keinen wesentlichen Erkennt­ nisfortschritt erzielen konnte. Das aus ökonomischer Sicht anspruchsvollste Konzept, nämlich jenes von Domar, zeigt nach Bornbach die "Trivialität" 126 der Verknüpfung des Schuldenpro­ blems mit dem Problem "ausreichen­ den" Wirtschaftswachstums. Wobei sich hier, im Unterschied zur Nach­ kriegsepoche, das Problem so stellen könnte, "daß ein erneuter Wachstums­ schub in dieser Größenordnung nicht vorstellbar und wohl auch gar nicht wünschbar ist" (S. 15). An diesem Punkt der Analyse stellte sich daher die Frage nach den Politikoptionen bezüglich der Staatsverschuldung bei nachlassendem Wirtschaftswachstum - vor allem für den Bereich der von Bornbach mehrfach angesprochenen Pensionsversicherung - der leider nicht weiter nachgegangen wird. Be­ züglich der hochverschuldeten Ent­ wicklungsländer wird der "Wachs­ tumszwang" von Bornbach nicht in Zweifel gezogen, dementsprechend muß ein realer Nettoressourcentrans­ fer in die Entwicklungsländer mobili­ siert werden. Auf jeden Fall macht das Einlei­ tungsreferat von Bornbach klar, daß man seit 1985 deutlich sagen muß, von welcher internationalen Schuldenkri­ se man spricht, von jener der USA oder jener der Entwicklungsländer. An diesen Punkt knüpft auch das erste Hauptreferat von Sinn an, in dem die Rolle der USA im internatio­ nalen Güter- und Kapitalmarkt her­ ausgearbeitet wird. Die zentrale These von Sinn besagt, daß die Auslösung der Schuldenkrise der Entwicklungs­ länder durch die restriktive Geldpoli­ tik der USA erfolgte und in weiterer Folge ein "Umlenken" der internatio­ nalen Kapitalströme in die USA er­ reicht wurde. Dadurch wurde die ex­ pansive Budgetpolitik Reagans durch Kapitalimporte - und somit ohne Mo­ bilisierung inländischer Ersparnis - möglich. Diese These im Sinne einer bewußten Herbeiführung einer sol­ chen Entwicklung durch die USA kann Sinn in der Diskussion zu sei­ nem Referat nicht aufrechterhalten. Die beiden weiteren Hauptreferate zum Themenkomplex "realwirtschaft­ licher Problemstellungen" sind das