Ausgangspositionen für die Diversifi­ zierung." Zusammenfassend kann gesagt werden, daß es sich bei der vorliegen­ den Arbeit um eine wirklich interes­ sante Aufarbeitung des Problems rückläufiger und reifer Branchen han­ delt. Erschreckend ist allerdings die Einstellung der Autorin zu den Be­ schäftigten in den betreffenden Unter­ nehmen. So sollte das Management ihrer Meinung nach "statt in einer reifen Branche Arbeiter zu entlassen . . . - gleichsam als Vorübung für flin­ kere Arbeitsmethoden - es bereits ver­ meiden, zu viel Personal aufzustok­ ken, wenn die Nachfrage rapid steigt". Die Existenz von Gewerkschaften er­ wähnt Harrigan nur einmal, indem sie meint, das Management sollte Kon­ flikte mit diesen vermeiden, da diese die Austrittsbarrieren erhöhen. Die abschließenden Empfehlungen für Regierungen und Behörden er­ scheinen schließlich zweifelhaft. Die Autorin meint nämlich, daß eine Anti­ kartell-Politik eine Strategie für wach­ sende Branchen darstellt, sobald die Nachfrage allerdings abflacht, nimmt die Konzentration - aufgrund geringer Erträge - zu. "Die Antikartell-Politik sieht nicht ein, daß der hitzige Wettbe­ werb jeder technischen Effizienz zu­ widerläuft. Kurz gesagt bleiben, wenn die Abnehmer die ganze Gewinnspan­ ne von reifen Produkten abschöpfen, dem Management keine Liquida, die wieder in die Steigerung der techni­ schen Effizienz zurückfließen könnten." In einem erfolgreichen Endspielum­ feld werden die Verbraucherpreise mit der Zeit somit höher. Nach Ka­ thryn Harrigan "ist dem öffentlichen Wohl gut gedient, wo der Löwenanteil aller Waschmittel, Shampoos, Deodo­ rants, Haushaltsreiniger und anderer Hygieneprodukte auf nur drei große Weltunternehmen - Unilever, Procter & Gamble und Colgate-Palmolive - entfällt, solange die Preise reell und die Arbeitslosigkeit gering bleiben". Fragt sich nur, wie das gewährlei­ stet werden soll. Die Autorin gibt dar­ auf leider keine Antwort. Brigitte Ederer 145