Arbeitslose (in %) Insgesamt Männer Frauen amtl. Daten1 1980 1,6 1,3 2,1 1,9 1981 2,1 1,9 2,3 2,4 1982 3,2 3,3 3,0 3,7 1983 3,9 4,1 3,5 4,5 1984 4,0 4,1 3,7 4,5 1985 4,2 4,3 4, 1 4,8 1986 4,6 4,5 4,6 5,2 1987 4,9 4,8 5,0 5,6 1988 4,7 4,6 5,0 5,3 1989 4,4 4,1 4,8 5,0 1 Arbeitslose als Prozentsatz des Arbeitskräftepotentials Die Angaben über Erwerbstätigkeit beziehen sich auf Frauen zwischen 15 und 60 Jahren und Männer zwischen 15 und 65 Jahren. Quelle: Arbeitsmarktvorschau 1990, 1991, Bericht über die soziale Lage 1988, eigene Berechnungen. Vergleicht man die Arbeitslosenquoten der beiden Länder, so wird die unterschiedliche Entwicklung seit 1984 deutlich. Arbeitslosenquoten beleuchten aber nur einen Teilaspekt einer natio­ nalen Arbeitsmarktpolitik, Ausgaben für Arbeitsmarktpolitik und die Zahl der durch einzelne Maßnahmen Geförderten geben ebenso wich­ tige Hinweise. Infolge unterschiedlicher institutioneller Gegebenheiten sind die Zahlen für Schweden und Österreich nicht direkt vergleichbar. Sie dienen in Tabelle 3 der Illustration von Größenordnungen. In einem Rückblick2 an der Schwelle zu den neunziger Jahren wird ausgeführt, daß in den sechzig er Jahren die Voraussetzungen geschaf­ fen wurden, um die grundlegenden Aufgaben einer Arbeitsmarktpolitik nach dem Rehn-Meidner-Modell zu erfüllen. Aus einer Fürsorgepolitik für Arbeitslose wurde eine Politik der gegenseitigen Anpassung von Arbeitskräften und Arbeitsplätzen. Schulung und Umschulung, Ver­ mittlung und Beratung wurden stark ausgeweitet. Im nächsten Jahrzehnt wurden diese individualisierten Maßnahmen infolge der Wachstumsschwäche durch expansive Maßnahmen auf Betriebsebene ergänzt. Z. B. durch die Subventionierung von Lagerauf­ bau oder betrieblicher Schulung, um Personalabbau zu vermeiden. Der Umfang befristeter öffentlicher Arbeitsverhältnisse stieg, überhaupt verlagerte sich der Ansatzpunkt von Beschäftigungsmaßnahmen in den öffentlichen Bereich. Insgesamt kam es zu einer Verschiebung zu nachfragewirksamen Maßnahmen. Seit 1982 konzentriert sich die Arbeitsmarktpolitik auf die Unterstüt­ zung der Expansion von Unternehmen und des Wirtschaftswachstums. Große Aufmerksamkeit wird nunmehr der unterschiedlichen Betrof­ fenheit einzelner Gruppen durch Arbeitslosigkeit zugewendet, der Arbeitsvermittlung und der beruflichen Weiterbildung. 509