Sprungszeugnissen und anderen Han­ dels- und Produktionshemmnissen. Die aktive Internationalisierung Ja­ pans steht erst am Anfang ihrer Ent­ wicklung, noch sind japanische Fir­ men keine bedeutenden Arbeitgeber. IBM allein beschäftigt in Europa mit seinen 120.000 Mitarbeitern mehr als alle japanischen Fabriken zusammen, die für ungefähr 78.000 Dienstnehmer Löhne zahlen. Insgesamt machten bis­ lang die Direktinvestitionen Nippons in den USA über vierzig Prozent aller im Ausland in Fabriken, Beteiligun­ gen oder Joint-ventures eingebrach­ ten Kapitaleinsätze aus. Dieser Trend dreht sich jetzt langsam um: Von 1987 auf 1988 verdoppelten sich die japani­ schen Investitionen - früher haupt­ sächlich auf den Finanz- oder Immobi­ lienbereich konzentriert - in den EG­ Ländern auf mehr als acht Milliarden Dollar, während jene in den USA nur mehr um rund vierzig Prozent zunah­ men. Für das Fiskaljahr 1988, das tra­ ditionsgemäß am 1 . April 1988 beginnt und am 31. März 1989 endet, rechneten Finanzexperten in Tokyo mit einem weiteren Anstieg der japanischen Eu­ ropa-Einsätze auf über zehn Milliar­ den Dollar. Bekannte Unternehmen, wie Mitsubishi, Canon, Toyota, Mazda, Isuzu Motors oder Yamaha, haben seit längerem ihre Augen auf die Alte Welt geworfen und suchten sich inzwi­ schen potente, eingesessene Joint­ venture-Partner, etwa Mercedes, Volkswagen, Opel oder Olivetti. Der zweitgrößte Baumaschinenhersteller der Welt, Komatsu Ltd., verhandelt seit Jahresende 1989 mit der Hanomag AG in Hannover um die Übernahme von mehr als fünfzig Prozent des Ak­ tienkapitals der deutschen Firma im Wert von 25 Milliarden DM. Wie Pilze schießen Fabriken für Autos, Com­ pact Discs, Videorecorder, Computer­ zubehör oder Haushaltsgeräte aus dem Boden. 1988 gab es in 16 Ländern Europas bereits mehr als 1400 japani­ sche Tochterunternehmungen oder Beteiligungen mit Partnern, davon über 400 Fabriken. Allein im selben 572 Jahr ließen sich 130 Betriebe im EG­ Raum nieder. Ihr Hauptaugenmerk richteten die fernöstlichen Unterneh­ mer bislang auf Großbritannien, wo sie rund ein Drittel ihrer gesamten EG-Fabrikations-Investitionen pla­ zierten und etwa neunzig Fertigungen errichteten. Frankreich zählt momen­ tan rund 85 japanische Produktions­ betriebe, 67 Werke stehen in der Bun­ desrepublik, und Spanien hält gerade - vor allem der niedrigen Lohnkosten wegen - bei 41 . In Österreich produ­ ziert Yoshida seit 1975 und Sony seit 1986. Der Werkzeugmaschinenherstel­ ler Amada ließ sich 1987 im nieder­ österreichischen Ternitz mit einer ei­ genen Erzeugung nieder. Eine Anzahl weiterer Firmen zeigt Interesse für das neutrale Land mit den guten Ostbezie­ hungen, macht aber die Realisierung neuer Projekte von einem EG-Beitritt abhängig. Die Strategie der J apaner scheint klar: Die 320 Millionen potentieller Konsumenten in der Europäischen Gemeinschaft stellen bald einen viel­ versprechenderen Markt dar als die 270 Millionen Amerikaner. Westeuro­ pa ist beispielsweise seit 1987 ein grö­ ßerer Automobilmarkt - mit durch­ schnittlich noch wesentlich geringerer Verkehrsdichte - als Nordamerika und wird daher zunehmend interes­ santer. Besonders interessant ist, wenn Schano den Ursachen für den japanischen Erfolg auf den Grund geht. Er entschlüsselt nämlich etwa das Geheimnis des japanischen Erfolgs als Nicht-Geheimnis der Lern- und An­ wendungsfähigkeit eines gewissen­ haften Schülers ! Der Autor weist schlüssig nach, daß die vielgerühmten und von des westlichen Konkurrenten gefürchteten ,japanischen" Manage­ mentmethoden, Fertigungstechniken, Firmenorganisationen und Technola­ gien zu 100 Prozent westlicher, d. h. US-amerikanischer bzw. europal­ scher, Provenienz sind und mit viel Fleiß und Akribie von den Japanern angewandt, auf ihre spezifischen An-