Gläubigerposition rührt daher, daß die Länder wichtige Finanzierungs­ funktionen, vor allem im Wohnbau, erfüllen. Tabelle 6 Komponenten des Net-lending in Mio. öS 1 980 1 982 1984 1 986 1988 Nettokreditaufnahme 3 .737 5 .353 525 2 .400 2 .490 Rücklagensaldo -480 -981 -984 -1 .939 -4.462 Finanzanlagensaldo -3.981 -3 .433 -3 .279 -2 . 147 -2 .270 (Beteiligungen, Wert- papiere, Darlehen) Net-lending (= Saldo des Finanzvermögenskontos) -724 +939 -3 .738 -1 .686 -4.242 Quelle: Eigene Berechnungen aus Tabelle 5 Wie die anderen Länder, so hat auch Wien eine sehr umfangreiche Rücklagengebarung. Zwischen 1980 und 1989 stiegen die Rücklagen um 1 1 ,4 Milliarden Schilling. Durch die Rücklagenaufstockung erreicht Wien eine beträchtliche Liquidität. Der Rücklagenaufbau kann aus zwei Quellen gespeist werden: aus nicht verbrauchten Krediten bzw. aus Zweckbindungen gesetzlicher oder in der Haushaltsordnung festgeleg­ ter Art. Vom Rücklagenstand zu Jahresende 1 989 (ca. 13 Milliarden Schilling) sind etwa 49 Prozent (= 6,3 Milliarden Schilling) auf Zweck­ bindungen zurückzuführen. Davon entfällt der überwiegende Teil, näm­ lich 4,9 Milliarden Schilling, auf die Wohnbauförderung. Die freie Rück­ lage in Höhe von 6,6 Milliarden Schilling (= 5 1 Prozent) verteilt sich grob wie folgt: 498 Millionen Schilling: AKH bzw. SMZ Ost 2500 Millionen Schilling: vorzeitige Fremdmittelaufnahmen irrfolge günstiger Konditionen 1600 Millionen Schilling: Rücklage zur Tilgung von endfälligen Anlei­ hen 1596 Millionen Schilling: sogenannte "Rathausmilliarde" Das wirft - insbesondere im Fall der freien Rücklagen - die Frage auf, ob eine solche Liquiditätssituation mit der Budgetfinanzierung in Ein­ klang steht oder ob nicht - angesichts beachtlicher Gebarungsüber­ schüsse - mit wesentlich geringeren Rücklagen das Auslangen gefunden werden kann. 168