Tabelle 3 Lohndrift BAUWIRTSCHAFT INDUSTRIE GESAMTWIRTSCHAFT brutto netto brutto netto 1Q89 -2 ,7 -3 ,1 -0 ,4 0 ,3 0 ,1 2Q89 -0,3 -1 , 1 0 , 2 0 , 5 1 , 7 3Q89 -1,4 -1 ,4 0 ,3 0 ,8 1 ,3 4Q89 -1,3 -1 , 1 0 , 6 0 ,8 0 ,5 1Q90 1 ,4 1 ,3 2 ,4 0 ,8 0 ,7 2Q90 -1,2 -1,8 1,5 0 ,6 -0,8 3Q90 -1,5 -2 ,2 0,4 -0,6 0 ,5 4Q90 -1,2 -2 ,6 -0,5 -0,9 -0,3 1Q91 -1 ,2 -2 ,6 -2 ,0 -0 ,8 -0 , 1 Quelle: Wifo-Datenbank Besonders deutlich und im Verlauf des Jahres zunehmend ist die nega­ tive Lohndrift im Bereich der Bauwirtschaft. Hier hat der Boom zu einer drastischen Erhöhung des Angebots an unqualifizierten ausländischen Arbeitskräften geführt, gleichzeitig wurden aber dadurch auch die Lohnzuwächse kräftig gedrückt. Dieses Bild dürfte auch für die Gesamtwirtschaft von der Tendenz her typisch sein: Die hohen Produktionssteigerungen, die ihren Absatz vor allem aufgrund der deutschen Sonderkonjunktur und der dadurch aus­ gelösten Effekte im Inland fanden, bewirkten eine kräftige Erhöhung des Arbeitskräftepotentials. Gleichzeitig schlug sich dieser Boom zwar deutlich in den Tariflohnsteigerungen nieder, fand aber unterdurch­ schnittlichen Widerhall bei der Steigerung der Effektivverdienste. In dieses Bild paßt auch die relativ schwache Produktivitätsentwicklung, die durch den gemilderten Rationalisierungsdruck, infolge der Möglich­ keit, billiges Personal einzustellen, erklärt werden könnte. 2.2 Die Entwicklung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit In diesem Abschnitt gehen wir der Frage nach, wie sich der Zuwachs des in- und ausländischen Arbeitskräfteangebots in den einzelnen Bun­ desländern und Wirtschaftsklassen niedergeschlagen haF 2.2.1 Die Arbeitsmarktlage in den Bundesländern Im Jahr 1990 stieg die Beschäftigung in Österreich um 2 ,3 Prozent an, gleichzeitig konnte jedoch die Arbeitslosigkeit nicht abgebaut werden, im Gegenteil, die Arbeitslosenrate wuchs in diesem Jahr erneut. Es 294