Dienstleistungen in den Reformländern Mitteleuropas JiH Skolka In den Ländern Mittel- und Osteuropas, in denen bis vor kurzem die Kommando-Wirtschaft herrschte, verläuft gegenwärtig ein tiefgehender politischer und wirtschaftlicher Wandel: ein Übergang von Diktatur zu Demokratie und von Kommando-Wirtschaft zu Marktwirtschaft. Der Ausgang der Reformbemühungen hängt von vielen Faktoren ab. Auch von der Existenz moderner Dienstleistungen, welche die Infrastruktur für das Funktionieren der Marktwirtschaft bilden. Deren Angebot und Qualität sind in den ehemaligen Kommando-Wirtschaften unbefriedi­ gend. Dies bestätigen nicht nur die Erfahrungen zahlreicher Besucher, sondern auch die verfügbare Statistik'. In der Periode2 1975-1985, waren in Ländern mit Kommando-Wirtschaft die Anteile des Dienstleistungs­ sektors an wichtigen gesamtwirtschaftlich Größen nicht besonders hoch: - am Bruttoinlandsprodukt zwischen 30 und 40 Prozent, - am Kapitalstock zwischen 40 und 60 Prozent, - an den Bruttoanlageinvestitionen zwischen 30 und 45 Prozent, - an der Beschäftigung zwischen 35 und 40Prozent. In Österreich (und anderen westeuropäischen Industrieländern) waren vergleichbare Werte um etwa 15 Prozentpunkte höher. Diese Anomalie der Wirtschaftsstruktur wird in theoretischen Studien über Ungleichge­ wichte in der Zentralplanwirtschaft nicht erwähnt, obwohl sie für das System charakteristisch ist und dessen niedrige Effizienz mitverantwor­ tet. 335