litätsqualifikationsniveau, auf gutem Lohn für gute Arbeit, auf einer markt­ nahen Tarifpolitik und einer kosten­ deckenden Sozialversicherung, eben dem, was eine soziale Marktwirtschaft ausmacht. " Vorsorge wird nun in er­ ster Linie nicht von staatlichen Büro­ kratien, sondern von den Sozialpart­ nern Arbeitgeber und Arbeitnehmer betrieben. Dem Unterschied von Für­ sorge und Vorsorge entspricht in der ökologischen Frage der Unterschied von Entsorgung und Vorsorge. Entsor­ gen heißt, Umweltverschmutzung im nachhinein wieder so gut es geht zu sa­ nieren. Vorsorgen heißt, solche Her­ stellungsverfahren und Verwendungs­ kreisläufe zu schaffen, daß Umwelt­ schäden dadurch verringert oder von vornherein vermieden werden. Die Partner in einer ökologischen Markt­ wirtschaft sind Produzenten und Kon­ sumenten. Ausdrücklich betont Huber, daß es nicht Arbeitgeber und Arbeit­ nehmer sind. Die Aufgabe der Sozial­ partner liegt in der tarifvertragliehen und sonstigen Regelung des Arbeits­ marktes der alltäglichen Arbeitswelt. Der Anspruch der Gewerkschaften an der rechtswirksamen Regelung sämtli­ cher gesellschaftlicher Fragen betei­ ligt zu sein, ginge nach Huber zu weit. Wie aber konkret die bis heute noch nicht vorhandene Organisation der Konsumenten aussehen sollte, bleibt Huber seinen Lesern allerdings schul­ dig. Dem einzelnen Konsumenten soll aber - nach den Vorstellungen Hubers - der Rücken gestärkt werden: durch Ausbau der Produkt- und Umwelthaf­ tung im Zivilrecht und durch verstärkte Technikfolgenabschätzung 420 und Umweltverträglichkeitsprüfun­ gen. Weiters verlangt er eine Umkehr der Beweislast, wenn Umweltklagen bei Gericht anhängig sind. Diese be­ sagt, "daß nicht der Geschädigte dem Schädiger die Verursachung des Scha­ dens beweisen muß, sondern der Schä­ diger, daß er den Schaden nicht verur­ sacht hat. Darin liegt eine kleine rechtspraktische Revolution" . Aufgabe des Staates und der Politik soll es ein, grundlegende ordnungspo­ litische Weichen zu stellen und damit Rahmenbedingungen vorzugeben, in­ nerhalb derer die Marktkräfte wirken können. "Der Markt kann durch Öko­ steuern, Umweltabgaben (möglichst nicht zweckgebunden) und Ökozölle beeinflußt werden. Ansonsten soll po­ litische Macht dafür eingesetzt wer­ den, Prozesse der Willensbildung und Entscheidungsfindung national und international, im Sinne einer zivil­ rechtlich marktevolutiven Strategie zu moderieren und koordinieren. " Für je­ manden, der lange Zeit in der Staats­ intervention die Lösung aller Proble­ me sah, sind die Aussagen Hubers nicht immer leicht zu akzeptieren. Das vorliegende Buch räumt mit vielem auf, das einem im Laufe der Jahre lieb und wert geworden ist und zwingt ei­ nen dazu, sich mit einem anderen Zu­ gang von Politik auseinanderzusetzen. Ohne Zweifel ist der staatliche Rege­ lungsbedarf auch in Zukunft hoch und wird es bleiben. "Aber regeln heißt nicht immer, ordnungsrechtlich mit Ge- und Verboten zu intervenieren, heißt nicht unbedingt staatlich zu fi­ nanzieren und noch weniger, etwas in öffentlicher Regie durchzuführen. " Brigitte Ederer