I_!?ERICH_ri;_uNn J:)Oi'.uMENTil Private Arbeitsvermittlung IREKE GELDNER Eine noch unveröffentlichte, für ILO und EG gemeinsam erarbeitete Studie untersucht. den Einfluß von privaten Firmen auf die Funktionsweise von Arbeitsmärkten in den 12 EG-Lün­ nern'. Ausgehend von 12 Ländermono­ graphien werden nicht nur die institu­ tionellen Gegebenheiten der nationa­ len Arbeitsmärkte beschrieben, son­ dern es wird auch deren historische Entwicklung dargestellt. Veränderun­ g_en der Rahmenbedingungcn, die Ubernahme 7.USätzlicher Funktionen durch die öffentliche Arbeitsvermitt­ lung sowie die Ausgliederung der Per­ sonalanwerbung aus Unternehmen haben die Funktionsweise von Ar­ beitsmärkten verändert. Ziel der Stu­ die ist es, Anforderungen zu fonnulie­ ren, unter denen die in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlichen priva­ ten Vermittlungsfirmen eine Aufgabe im gemeinsamen Binnenmarkt erfül­ len können. In Österreich steht die Zulassung privater Arbeitsvermittler für Füh­ rungskräfte bevor, in weiterer Folge soll es private Arbeitsvermittler für al- le Arbeitnehmer geben. In der tages­ politischen Diskussion wird einerseits eine Konkurrenzierung der öffentli­ chen durch die private Arbeitsvermitt­ lung, andererseits eine größere Effizi­ enz der privaten Vermittlung unter­ stclll. Die empirischen Belege der zi­ tierten Stuclie zeigen ein anderes, sehr komplexes Bild. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wur­ den die damals ausschließlich beste­ henden privaten Arbeitsvermittlungen von der Arbeiterbewegung beschul­ digt, Menschenhändler zu sein, ihre Abschaffung wurde gefordert. Diese Forderung fand ihren Niederschlag in mehreren ILO-Konventionen betref­ fend die entgeltliche Arbeitsvermitt­ lung. Letztlich wurde mit der Konven­ tion Nr. 9ö den Mitgliedstaaten die Wahl gelassen, entweder alle entgeltli­ chen Vermittlungsagenturen sukzessi­ ve abzuschaffen (Teil II) oder sie zu re­ gulieren (Teil III). Je nachdem, ob ein Land Teil II oder Teil lii ratifi?:iert, bzw. die Konvention nicht ratifiziert hat, sind in dem betreffenden Land nunmehr entgeltliche Arbeitsvermitt­ ler zugelassen oder nicht. Großbritan­ nien, Dänemark und Griechenland ha­ ben die Konvention 96 nicht ratifi­ ziert, Irland und Portugal Teil III und alle anderen EG-Länder Teil IP. Wie später gezeigt wird, werden un­ ter privater Arbeitsvermittlung eine Reihe von unterschiedlichen Aktivitä­ ten zusammengefaßt. Wirtschaftliche Aktivitäten, die im Zuge einer fort­ schreitenden Arbeitsteilung auch lau­ fend neu entstehen. Allerdings gibt es durchaus Meinungsnnterschiede, ob eine bestimmte Tätigkeit a1s entgeltli­ che Arbeitsvermittlung aufzufassen ist oder nicht. So hat die TLO 1 965 auf Anfrage Schwedens Zeit(Lcih)arbeits­ firmen (teroporary work agencies) als 545