private Arbeitsvermittler definiert, ei­ ne Meinung, der sich z. B. die französi­ sche Regierung nicht angeschlossen hat. Ging es vorerst nur darum, Arbeits­ vermittlung unter öffentliche Kontrol­ le zu stellen, so wurden Arbeitsmarkt­ behörden nach dem Zweiten Weltkrieg auch Initiatoren und Träger beschäfti­ gungspolitischer Maßnahmen zur Si­ cherung von Vollbeschäftigung und sozialem Fortschritt. Mit wachsender Kritik am Keynesianismus und an bürokratischen Versteinerungen und mit zunehmender Vorliebe für Dere­ gulierungen, wird auch die Effizienz öffentlicher Arbeitsvermittlung be­ zweifelt und viel Hoffnung auf private Arbeitsvermittlung gelegt. Es war da­ her ein Anliegen von ILO und EG, den wachsenden Einfluß der privaten Ar­ beitsvermittlung auf das Funktionie­ ren der Arbeitsmärkte während der letzten zwanzig Jahre zu messen und zu erklären. Arten privater Arbeitsvermittler (pri­ vate employment agencies) In der vorliegenden Studie wird als private Arbeitsvermittlung ein legales Unternehmen oder eine legale Organi­ sation bezeichnet, welche Arbeitneh­ mern helfen Arbeit zu finden und Un­ ternehmen bei der Anstellung von Ar­ beitnehmern beraten. Es spielt in die­ sem Zusammenhang keine Rolle, ob zusätzliche Dienstleistungen, wie z. B . Berufsberatung oder Mobilitätshilfen angeboten werden. Ein solcher Dienst­ leistungsbetrieb gilt als privat, wenn er nicht von jenem Ministerium betrie­ ben wird, welches für öffentliche Ar­ beitsvermittlung zuständig ist. Es werden also auch Organisationen zur privaten Arbeitsvermittlung gezählt, die von der Regierung errichtet wur­ den oder subventioniert werden. Die Definition umfaßt ebenso Betriebe, die im strengen Sinn zwar keine Vermitt- 546 ler sind, aber zur Organisation des Ar­ beitsmarktes durch Allokation von Arbeitskraft beitragen. Während Ver­ mittler sowohl auf entgeltlicher als auch auf unentgeltlicher Basis tätig sein können, bieten Quasi - Vermittler ihre Dienste nur gegen Entgelt an. Hier ist an Firmen zu denken, die Zeit­ arbeit oder Leiharbeit anbieten, sich mit Outplacement (Vermittlung von in einen Unternehmen nicht mehr benö­ tigten Arbeitnehmern), Firmenbera­ tung und Beratung von Arbeitneh­ mern bei der Arbeitssuche beschäfti­ gen. Für den internationalen Vergleich wird in der Studie eine Typologie der Privatvermittler in zwei Kategorien entwickelt: Kategorie A: Vermittlungsfirmen A 1 Firmen, deren einzige (oder Haupt-)Aufgabe die Vermittlung ist, die nach Gewinn streben und für alle Qualifikationen und Be­ rufe tätig werden. A 2 Wie Al, nur werden diese Firmen für spezielle Qualifikationen, Be­ rufe oder Personengruppen tätig A 3 Wie Al, aber ohne Gewinnstreben A 4 Wie A2, aber ohne Gewinnstreben A 5-A 8 Entsprechen den Kategorien A 1 bis A 4, nur ist Vermittlung nicht die Hauptaufgabe. Kategorie B: Firmen, die Quasi-Ver­ mittlung oder der Vermittlung ver­ wandte Tätigkeiten als Haupt- oder Nebentätigkeit betreiben. B 1 Zeitarbeitsfirmen B 2 Leiharbeitsfirmen B 3 Outplacementfirmen B 4 Firmen, die Arbeitnehmern Hilfe bei oder Training in Techniken zur Arbeitssuche anbieten. B 5 Firmen, die Unternehmen in Techniken zur Personalauswahl schulen. B 6 Firmen, die bei Personalauswahl, Einstellung und Personalmanage­ ment beraten.