1 8. Jahrgang (1 992), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft Der freie Zutritt zu den internationalen Märkten für technologieinten­ sive Güter und/oder Komponenten soll sichergestellt werden. Die Politik hat sich im Hinblick auf dieses Ziel für den Abbau nicht-tarifarischer Handelshemmnisse, insbesondere für die Vereinheitlichung und Anglei­ chung internationaler Normen und Standards nach dem Prinzip der weitestmöglichen gegenseitigen Anerkennung einzusetzen. Sie sollte sich gegen Maßnahmen wenden, welche den freien grenzüberschreiten­ den Fluß von technischem Wissen sowie von kritischen Komponenten beeinträchtigen. Ausnahmen resp. Abweichungen von diesen Grundsätzen sind nur aus schwerwiegenden staatspolitischen Gründen gerechtfertigt, so etwa bei einer Gefährdung der "ordre public" (z . B . aus gesundheits-, Sicher­ heits-, sozial- oder umweltpolitischen Gründen). 3.5 Förderung sozialer Netzwerke zum Thema Technik Technische Entwicklung ist ein kreativer Prozeß der Vermittlung von technischen Informationen zwischen Wissenschaftern, Technikern und Unternehmern. Deshalb gehört zum erfolgreichen Innovationswettbe­ werb die Schaffung von günstigen Voraussetzungen für funktionstüchti­ ge Netzwerke regionaler, nationaler und internationaler Art und ihre Pflege. Kooperation zwischen Firmen im vor-wettbewerbliehen Bereich führt zur rascheren Diffusion von Neuerungen unter den teilnehmenden Fir­ men. Wie Mowery, Rosenberg argumentieren, trägt Kooperation im vor­ wettbewerbliehen Bereich zur Intensivierung des Wettbewerbs zwischen den betreffenden Firmen auf Endproduktmärkten bei {14) . Die jüngere Diskussion hat gezeigt, daß rein monetäre Förderung an Bedeutung verloren hat. Größere Bedeutung erhalten hat die Förderung über Realleistungen und Beratungsdienste aller Art. Dazu gehört auch die Förderung von Kontakten und Austauschbeziehungen im wissen­ schaftlich-industriellen Komplex: "networking" . Es geht z. B. darum, Leute und Ideen zusammenzubringen, Austausch von Erfahrungen und Meinungen und dazugehörige Feedback-Prozesse zu unterstützen, ein entsprechendes Klima zu schaffen, als Katalysator und Moderator zu wirken, Knoten von Interaktionen bereitstellen. Die Förderung solcher Interaktionen ist denn auch ein wichtiges Element in den laufenden Ak­ tionsprogrammen computerintegrierte Fertigung (CIM) und Mikroelek­ tronik des Bundesamtes für Konjunkturfragen {15) . Dazu gehören: - Beachtung der Kooperation zwischen Unternehmen der verschieden­ sten Größenklassen und der vielfältigsten Austauschbeziehungen zwischen Zulieferern und Abnehmern mit einem und um einen harten Kern von initiativen und dynamischen Unternehmen. - Beachtung des richtigen Mix von Unternehmen im Hinblick auf Kom­ plementaritäten in der Innovationsarbeitsteilung. 203