DER CRASH IN DER NATIONALÖKONOMIE Rezension von N. Kloten, Die Trans­ formation von Wirtschaftsordnungen, Walter Eucken Institut, Vorträge und Aufsätze 132, J. C. B. Mohr (Paul Sie- heck) Tübingen 1991 , 46 Seiten; J. Backhaus (Hrsg.), Systemwandel und Reform in östlichen Wirtschaften, Metropolis-Verlag, Marburg 1991 , 366 Seiten. B. Wehner, Das Fiasko im Osten, Auswege aus einer gescheiter­ ten Wirtschafts- und Sozialpolitik, Metropolis-Verlag, Marburg 1991 , 140 Seiten. Will man allgemeine Bemerkungen zur Transformation der östlichen Wirtschaften und dem Beitrag von na­ tionalökonomischer Theorie dazu ma­ chen, stehen einem fast nur mehr Tri­ vialitäten zur Verfügung, wie etwa, daß der Umbruch unerwartet sowie plötzlich gekommen sei und die Natio­ nalökonomen vor einem neuen Pro­ blem gestanden wären. Erschwerend kam hinzu, daß die Gegebenheiten so­ fortiges wirtschaftspolitisches Han­ deln erzwangen und somit den Theore­ tikem kaum Zeit blieb, um nachzu­ denken. Doch gehört es erfreulicher­ weise zu den quasiautomatischen Re­ aktionen der westlichen Wissenschaft, in jedem Fall auf derartige Herausfor­ derungen zu reagieren. Demnach kann es nicht verwundern, daß eine stets steigende Zahl von Studien zu diesem Thema publiziert wird, umso mehr als die indessen verstrichene Zeit die er­ sten Ergebnisse der Entwicklung und damit auch eine Bewertung der bisher betriebenen Wirtschaftspolitik mög­ lich macht. Einen Überblick des Problems ver­ mittelt die deutsche Fassung eines 254 Vortrages, den N. Kloten im Rahmen einer Veranstaltung des Wiener Insti­ tuts für Internationale Wirtschaftsver­ gleiche (Economics and Politics in Transition) im Herbst 1990 gehalten hatte. Dazu beginnt der Autor in klas­ sischer deutscher Tradition mit einem Kapitel "Thema und Begriffe" , um dann jene Ansätze zu referieren, die Beiträge einer Theorie des System­ wandels darstellen könnten, ausge­ hend von Euckens ordnungspoliti­ schen Vorstellungen, über die neueren institutionstheoretischen Arbeiten, die ökonomische Theorie der Politik, die Theorie der Property Rights und der Transaktionskosten bis zum Institu­ tional-Choice-Ansatz. Schließlich faßt er Voraussetzungen und Kennzeichen des Transformationsprozesses zusam­ men. Hervorzuheben wären seine wie­ derholten Hinweise auf die jeweils spezifischen Bedingungen einzelner Länder oder Ländergruppen und auch auf die Möglichkeit eines graduellen Vorgehens. Sehr detailliert machen sich die Autoren des von J. Backaus heraus­ gegebenen Sammelwerks an die Ana­ lyse des Transformationsprozesses. H. Wagner holt in seinem systemtheoreti­ schen Überblick weiter aus als Kloten; er verweist vor allem auf die frühen Österreicher Mises und Hayek, die lange vor den deutschen Ordnungs­ theoretikem die mangelnde Funk­ tionsfähigkeit des Sozialismus statu­ ierten. Angesichts der begrenzten Alls­ sagefähigkeit ökonomischer Ansätze umfaßt die Arbeit auch soziologische Evolutionstheorien von Marx über Durkheim, Parsons und Weber bis Luhmann, ohne freilich am Mangel ei­ ner zureichenden Theorie des System­ wandels etwas ändem zu können. St. Panther prüft an Hand der "Neu­ en Wachstumstheorie" ein mögliches Zurückbleiben der östlichen Volks­ wirtschaften nach der Transforma­ tion. Der Autor selbst wie auch St. Collignon finden freilich wenig An­ haltspunkte für eine derartige Ent-