1 8. Jahrgang (1 992), Heft 2 Effizienz des Kapitalismus (Die Pointe seines Beitrages erreicht er freilich in Zusammenarbeit mit dem Setzer, wenn er meint, daß "die sozialisti­ schen Ökonomen nicht oder nur mit­ telbar an den Funktionsmechanismen der Planungsökonomie zugrunde ge­ gangen . . . " seien, denn man erhält doch den Eindruck, dem wäre so). Den geldwirtschaftlichen Überle­ gungen folgend, und davon ausgehend, daß in den Planwirtschaften Geld we­ niger knapp ist als Güter, entwickeln H. Herr und A. W estphal ein konzises Programm für den Übergang zur Marktwirtschaft. Diese Aspekte wer­ den von U. Busch und H. Schmied in bezug auf die ehemalige DDR abge­ handelt, wobei sie sich auch mit dem geringen strukturändernden Effekt der vergleichsweise hohen Investi­ tionsrate auseinandersetzen. Der Beitrag von U. Pagano über Ei­ gentumsrechte und institutionelle Sta­ bilität steht in keinem direkten Zu­ sammenhang mit dem Thema des Bu­ ches - und wurde auch gar nicht dafür verfaßt. K. Schüler entwickelte ein makroökonomisches Modell über die Beschäftigungsentwicklung in der ehemaligen DDR im Gefolge der Ver­ einigung, während M. Assenmacher und A. Förster die ostdeutsche Ar­ beitsmarktstruktur besonders unter dem Gesichtswinkel der regionalwirt­ schaftlichen und der Segmentations­ problematik untersuchen. J. Wahl und B. Frischmuth sowie G. Maier diskutieren die Funktion des Finanzausgleiches für die Anglei­ chung der Lebensverhältnisse in den alten und neuen Bundesländern. Die vom Setzer und Riese zugrunde­ gerichteten sozialistischen Ökonomen kommen im Schlußabschnitt doch zu Wort. Folgend einer Diskussion von U. P. Reich und E . K. Seifert über Pro­ duktionstheorie nach dem Zusammen­ bruch der Planwirtschaften verwirft R. Mondelaers einfach alles. "Die chronische Krisensituation der Indu­ striegesellschaften und die sich ver- 256 Wirtschaft und Gesellschaft schärfende Krisensituation der Welt als Ganzes zeigen, daß alle Versuche gescheitert sind, auf der Grundlage der bestehenden Theorien und Metho­ den Analysen und Handlungsmetho­ den für die Mikro- und Makrosphäre zu entwerfen." H. G. Nutzinger führt geduldig aus, daß dem doch nicht so sei. F. Reheis argumentiert im wesentli­ chen dahin, daß eine befriedigende so­ zialistische Wirtschaftsentwicklung infolge der außenpolitischen Gegeben­ heiten nicht zu erwarten gewesen seien, da sich die Sowjetunion zeit ih­ res Bestandes stets in der Situation ei­ ner belagerten Festung befunden ha­ be. Auch hier läßt der Koreferent (G. Krause) dem Autor diesen summari­ schen Ansatz nicht durchgehen. Aber selbst, wenn man sich mit diesem be­ gnügte, scheint die Aussage vollkom­ men unplausibel, da sowohl Deutsch­ land wie Japan, trotz ihrer aggressiven Rüstungs- und Kriegspolitik in den dreißiger Jahren, respektable wirt­ schaftliche Leistungen vollbrachten, nicht zu reden von der ökonomischen Explosion nach dem 2 . Weltkrieg, wie­ wohl ersteres längere Zeit sozusagen "Frontstaat" gewesen war. Alles in allem vermittelt der Band eine Fülle von interessanten und anre­ genden Beiträgen zum Transforma­ tionsthema, welche geeignet sind, die Forschung in diesem Bereich weiter­ zutreiben. Wiewohl das Buch auch Ar­ tikel enthält, die sich speziell mit dem Problemen der ehemaligen DDR be­ schäftigen, ist es im Prinzip auf die allgemeine Transformationsproblema­ tik angelegt. Die Studie von B. Wehner (Das Fiasko im Osten) beschäftigt sich ausschließlich mit den ökonomischen Folgen der deutschen Einigung und stellt angesichts der deprimierenden Wirtschaftslage in Ostdeutschland die heikle Frage, ob eine Wirtschaftspoli­ tik denkbar gewesen wäre, die gerin­ gere Opfer in Ost und West gefordert hätte. Wehner rekapituliert die Situation