Wirtschaft und Gesellschaft 1 8. Jahrgang (1 992), Heft 4 erreichen, muß die investierende Unternehmung "spezifische Vorteile" gegenüber den Konkurrenten besitzen, die zu einer technischen, organi­ satorischen oder finanziellen Überlegenheit führen. Die Ausführungen von Heidhues orientieren sich stark an den Überlegungen Hymers und den Erkenntnissen der modernen Oligopoltheorie. Braun sieht in dieser Verknüpfung eine teilweise Erweiterung des Erklärungswertes dieser Thesen (16) . Der Erklärungsansatz von Dunning versucht verschiedene partialana­ lytische Ansätze in ein geschlossenes Aussagensystem zu integrieren und eine eklektische Theorie der Direktinvestitionen zu entwickeln. In Dun­ nings eklektischen Ansatz fließen Erkenntnisse der monopolistischen Theorie, des Internalisierungsansatzes und der standorttheoretischen Erklärungen ein. Die Aussagen der unterschiedlichen Beiträge sollen auf ihren Erklärungswert untersucht und zu einer allgemeinen Theorie der Direktinvestitionen zusammengefaßt werden. Die konstitutiven Ele­ mente des Ansatzes von Dunning stellen simultan zu erfüllende Bedin­ gungen dar, von der die Vornahme von Direktinvestitionen abhängig ist. Diese Elemente bezeichnet Dunning als (17) : e Wettbewerbsvorteile (ownership-specific advantages) , e Internalisierungsvorteile (internalisation - incentive advantages) , e Standortspezifische Vorteile (location-specific advantages) . Die Aussagen des eklektischen Erklärungsbeitrages unterscheiden sich von den partianalytischen Ansätzen durch ihren Anspruch, eine all­ gemeine Theorie der Direktinvestitionen zu entwickeln. Die Überlegun­ gen von Dunning bezeichnet Braun als " . . . (vorläufig) letzten Schritt in der Entwicklung der modernen Theorie der Direktinvestitionen . . . " (18) . 3. Die Stadt Wien als Standort für Direktinvestitionen multinationaler Unternehmen Die Untersuchung verfolgt das grundlegende Ziel, die Stadt Wien als Industriestandort für Tochterbetriebe ausländischer multinationaler Unternehmen zu analysieren und wirtschaftsnahe Informationen für Standortfragen und regionalpolitische Maßnahmen bereitzustellen. Die Aktualität der Untersuchung resultiert besonders aus einer Neu­ orientierung der Standortpolitik multinationaler Unternehmen auf­ grund der Öffnung der osteuropäischen Länder und des zeitlich näherrückenden europäischen Binnenmarktes. Diese beiden Entwick­ lungen sind wesentliche Einflußfaktoren für neue standortpolitische Entscheidungen und erfordern von den europäischen Wirtschafts- und Industriezentren adäquate Akquisitionskonzepte, für die eine entspre­ chende Informationsbasis zur Verfügung gestellt werden muß. Die grundlegende Zielsetzung ist durch zwei komplementäre Schwerpunkte gekennzeichnet, an denen sich die empirische Untersuchung ausrichtet: 1 . Der erste Schwerpunkt beschreibt die Unternehmensstruktur der aus­ ländischen Tochtergesellschaften, die durch einige zentrale betriebli- 432