zur postfordistischen Phase bedeut­ sam. Die relativ hohen Kosten der Ko­ ordination und Kontrolle, die geringe Flexibilität und Motivation der Be­ schäftigten machen sich als Nachteile in hierarchisch organisierten Groß­ unternehmungen bemerkbar. Seit Mit­ te der siebziger Jahre werden wesent­ liche Veränderungen der hierarchi­ schen Arbeitsteilung wahrgenommen. Dabei kommt es zur Entstehung fle­ xiblerer Organisationsformen (divisio­ nale Strukturen, Matrixorganisatio­ nen, Holdingstrukturen) mit mehr Au­ tonomie für Tochterunternehmen und Zweigbetriebe und teilweise Rückver­ lagerungen dispositiver Funktionen (Management, Marketing und F & E) an die Standorte der Produktion, so auch im Zuge der Reorganisation der verstaatlichten Industrie in Öster­ reich. Durch diesen Prozeß wächst die Bedeutung des lokalen Managements, der Belegschaft und anderer Faktoren der Lokal- und Regionalentwicklung für die Performance von Zweig- und Tochterunternehmungen. Die Auswirkungen der Spezialisie­ rung der internen hierarchischen Or­ ganisation in Großunternehmungen sind in der räumlich-funktionalen Ar­ beitsteilung zu bemerken. Eine wirt­ schaftliche Aufwertung von interna­ tional und national hochrangigen Ag­ glomerationen erfolgt z. B. dadurch, daß "Headquarter"-Funktionen we­ gen ihrer besonderen Anforderungen verstärkt angezogen werden. Die viel­ fältigen Fühlungsvorteile dieser hoch­ rangigen Ballungszentren und Metro­ polen werden so genutzt und noch ver­ stärkt. Für die Analyse der internatio­ nalen und der nationalen Arbeitstei­ lung liefert die behavioristische Kon­ zeption die Voraussetzungen. Inwie­ weit bloß Produktion und Vermark­ tung oder auch entwickelte F & E-Ak­ tivitäten und ein autonomes Manage­ ment an Standorten vorhanden sind, bestimmt das Maß an Unabhängigkeit von Regionen und Ländern, und damit auch deren wirtschaftspolitischen Spielraum. Andererseits bieten schwache "eigene" multinationale Konzerne möglicherweise einen größe­ ren Optionsspielraum zwischen ver­ schiedenen multinationalen Konzer­ nen. Durch den tendenziellen Übergang von der "fordistischen" zur "postfor­ distischen" Phase mit bewirkt, wächst der Bereich der Kleinunternehmen nach einer längeren Periode der Schrumpfung. Beschäftigungslose Ar­ beitskräfte versuchen mangels sonsti­ ger Alternativen Unternehmungen zu gründen, und es entstehen durch Ra­ tionalisierung und die Aufgabe wenig profitabler Produktionssparten von seiten der Großunternehmen Markt­ lücken für Kleinunternehmen. Das In­ teresse der Großunternehmen an Er­ höhung der Flexibilität, eine schritt­ weise Änderung der Nachfragestruk­ tur zu weniger standardisierten Pro­ dukten und der technologische Wan­ del - Mikroprozessoren, flexible Tech­ nologien - haben sich ebenfalls gün­ stig für Kleinunternehmen ausge­ wirkt. Die Autoren heben außerdem hervor, daß die Beziehung zwischen Großunternehmen und Standort sich deutlich von der der Kleinunterneh­ men unterscheidet. Empirische Analy­ sen in verschiedenen Ländern belegen, daß die Bedingungen des regionalen Umfeldes für die Entstehung und die Dynamik von Kleinunternehmen be­ sonders wichtig sind. Für die Qualität eines derartigen Milieus spielt die öf­ fentliche Politik durch gezielte Pro­ gramme und Maßnahmen (Förderung von Risikokapital, Qualifikationsmaß­ nahmen, technische Infrastrukturen in konzentrierter Form wie Gründer­ und Technologietransferzentren und Verkehrsverbindungen) eine besonde­ re Rolle. Obwohl das Phänomen der örtlichen Netzwerke zwischen Unter­ nehmungen bereits 1 920 von A. Mar­ shall und 1948 von E. M. Hoover un­ tersucht wurde, haben diese erst mit den Krisenerscheinungen des Fordis­ mus deutlich an Relevanz gewonnen. 5 6 7