KOMMENTAR Eine abschließende Antwort an Bernhard Schwarz EMMERICH TALOS, GERDA FALKNER 1 . Es erstaunt, daß Schwarz in seiner zweiten Replik vordergründig bedau­ ert, daß unser Artikel ("Sozialpolitik auf dem Rückzug? Tendenzen in westeuropäischen W ohlfahrtsstaa­ ten" , Wirtschaft und Gesellschaft 20/2 [1994] 247-279) "nunmehr schon zum drittenmal ,nachbehandelt"' werde. Denn seine Ausführungen in der letz­ ten Antwort - zu der ihn wohl ebenso­ wenig wie zur ersten jemand gezwun­ gen haben dürfte - belegen doch sehr eindrücklich, daß er einen beträchtli­ chen Erklärungsbedarf für die in sei­ ner ersten Replik formulierten Be­ hauptungen und Polemiken hat. 2 . Schwarz nimmt für sich in An­ spruch, daß es ihm "um die Schärfe der Argumente und Analysen" gehe. Allerdings können wir der Umsetzung dieser Selbstzuschreibung auch noch in der zweiten Replik wenig abgewin­ nen: Daß jemand beispielsweise vor 15 Jahren etwas festgestellt hat, halten wir für kein scharfes Argument zur Rechtfertigung von Verkürzungen in aktuellen Wortmeldungen. Zu den von Schwarz vorgebrachten Argumenten einige Anmerkungen: Ganz abgesehen davon, daß der von ihm angeprangerte "Äpfel-Birnen­ Vergleich " (zwischen "neu zugegange­ nen Direktpensionen" und dem "Durchschnittseinkommen") in unse­ rer Replik nicht enthalten ist, stimmen wir zu, daß aus dem Zusammenhang gerissene Detailzahlen für kurze Zeiträume wenig Aussagekraft haben. Versteht Schwarz dies als Selbstkritik an den von ihm gebrachten wenigen Detailzahlen? Seine Anmerkungen zur Pensionsreform stehen überdies in keinerlei Widerspruch zu unseren Aussagen. Hinsichtlich der Erwerbs­ zentriertheit des sozialen Sicherungs­ system haben wir den Ausführungen in unserer ersten Replik nichts hinzu­ zufügen. Daß die Gruppe der gering­ fügig Beschäftigten heterogen ist, ist bekannt. In unserer Sicht reicht es wohl nicht aus, mögliche negative Ef­ fekte einer Sozialversicherungspflicht als Rechtfertigung für Non-Decision anzugeben. In der Frage der Mindest­ sicherung gibt es inhaltlich offenkun­ dig differente Positionen, die für eine breitere Diskussion von Interesse wären. 3. Wenn es Schwarz wirklich um ei­ ne fruchtbare Diskussion ging, so hat er unseres Erachtens mit seiner pole­ mischen und unterstellenden Vor­ gangsweise keine passende Strategie eingeschlagen. So haben wir, wie jede/r leicht überprüfen kann, niemals die dumme Behauptung aufgestellt, daß sich bisher niemand mit dem Pro­ blem der Mindeststandards beschäf­ tigt habe. Ebensowenig findet sich in unserem Beitrag eine "Abqualifizie­ rung von Leuten, die nicht in einem bedarfsunabhängigen Basiseinkom­ men die geeignete Mindestsicherung sehen" . Wenngleich am krassesten in der ersten Replik, so schlägt Schwarz doch auch noch in seiner zweiten bei 175