Wirtschaft und Gesellschaft 22. Jahrgang (1996), Heft 3 Schutz der Umwelt und der Produktqualität unbedingt erforderlich sind. Als solche werden vom Verfasser folgende erachtet: e Marktordnung: Gemeinschaftspräferenz; verstärkte ökologische und qualitätssichernde Auflagen; e Wettbewerbsaufsicht; e erweiterter Rahmen strukturpolitischer Maßnahmen (dabei sollten die Möglichkeiten zur sozialen Staffelung der Agrarförderungen gegen­ über dem Status quo deutlich erweitert werden) bei gleichzeitiger Bindung der Vergabe von Agrarförderungen an ökologische Produkti­ onsweisen; e Beschränkung der finanziellen Beteiligung der EU auf Strukturbei­ hilfen in Kohäsionsstaaten und - nach deren Beitritt - mittel- und ost­ europäischen Reformstaaten (MOEL) . 4.4 Nutzung des neuen finanziellen Spielraumes Die bisher dargestellte Vorgangsweise würde das EU-Budget massiv entlasten und damit Spielraum schaffen, der wie folgt genützt werden sollte: e Auf der Ebene der Union: Die deutlich reduzierten Finanzierungser­ fordernisse der EU bei Beihilfen und Administration erlauben eine substantielle Reduktion der Finanzbeiträge der Mitgliedstaaten an die Union. Ein Teil der Einsparungen im Agrarsektor könnte für die Finanzierung von zukunftsorientierten Maßnahmen etwa im Bereich der Beschäftigung, der Infrastruktur usw. , ein anderer für die finanzi­ ellen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem möglichen Bei­ tritt der MOEL zur Union genutzt werden. e Auf der Ebene der Mitgliedstaaten: Die reduzierten Beiträge der Mit­ gliedstaaten einschließlich des Effektes der Verwaltungsvereinfa­ chung könnten zum einen Teil für die Reduzierung der Defizite ge­ nutzt werden (Erleichterung für die Einhaltung der Maastricht-Krite­ rien) , zum anderen Teil für die Aufstockung der - mit Ausnahme der Kohäsionsstaaten ausschließlich national zu finanzierenden - agrari­ schen Strukturförderungen sowie für andere Maßnahmen, die poli­ tisch als prioritär betrachtet werden (z . B. Projekte im Bereich Be­ schäftigung, Infrastruktur, etc.) . 4.5 Auswirkungen dieser grundlegenden GAP-Reform Für die Nettozahler: Das Ausmaß der Nettozahlungen wäre zu redu­ zieren und mit einem geeigneten Limit zu versehen. Für die betroffenen Mitgliedstaaten müßte der Saldo aus reduzierten Beiträgen und erhöh­ ten national zu finanzierenden Maßnahmen daher deutlich positiv sein. Für die Nettoempfänger: EU-weit sollte eine stärkere Prioritätenset­ zung nach tatsächlicher Bedürftigkeit (Konzentration der Transfers auf 346