24. Jahrgang ( 1 99 8 ), Heft 1 unterstützenden Katalog von quantita­ tiv-inhaltlichen Vorschlägen vor. Die Frage der stärkeren institutionellen Ver­ ankerung wird mit dem Satz eingeleitet: "Soll nun am Parlament Technikfolgen­ Abschätzung nachhaltig betrieben wer­ den, wäre .... ". Genau an d ieser Stelle wäre die Frage zu beantworten gewe­ sen, ob - angesichts der quantitativen Ressourcen des Österreichischen Par­ laments und der faktischen Machtver­ tei lung zwischen Exekutive und Legis­ lative - ein parlamentarischer Ansatz die effektivste l nstitutionalisierung von TA als Entscheidungsverbesserer dar­ stellen kann. Im zweiten (quantitativ weit umfang­ reicheren) Teil des Bandes wird anhand von auch den interessierten Laien ver­ ständlichen Beiträgen, eine Reihe von Untersuchungsergebnissen des Insti­ tuts aus den letzten Jahren vorgestellt. Die Palette deckt dabei weitgehend die "großen" Schwerpunkte des Institutes ab: Telekommunikationstechnologie, Umwelttechnologie, Biotechnologie so­ wie Medizintechnologie. Im Rahmen einer kurzen Buchvorstellung wäre es meiner Meinung nach unseriös, zu je­ dem der elf technologiebezogenen Fachbeiträge eine Zusammenfassung und Bewertung zu versuchen - sind sie doch selbst Zusammenfassungen um­ fassender Studien. Ich möchte mich daher an dieser Stelle damit begnügen, den Leser auf die einzelnen behandel­ ten Themen hinzuweisen und zu einer jedenfal ls lohnenden Lektüre der je­ weils interessierenden Beiträge einzu­ laden. Helge Torgersen befaßt sich mit den Möglichkeiten eines verantwortungs­ vollen Umganges mit den Chancen und Risiken der Gentechnik: ein Thema, das seit Jahren auch die öffentlichen Diskussionen, jüngst auch in Öster­ reich , mitdominiert. Torgersen wagt sich mit der Gentech­ n ik an ein heikles Thema. Die vorhan­ dene Ablehnung bzw. Skepsis gegen- Wirtschaft und Gesellschaft über der Gentechnik stellt möglicher­ weise ledigl ich die Kristallisation einer in breiten Bevölkerungskreisen vorhan­ denen allgemeinen diffusen Technikkri­ tik dar. Ein gesellschaftl icher Zustand, der bei einem kleineren Teil der Bevöl­ kerung zu einer ausgeprägten Polari­ sierung zwischen Skeptikern und Eu­ phorikern führt, bei einem größeren Teil aber wohl durch eine Mischung von Faszination und Resignation (ob der als unbeeinflußbar empfundenen Schnel­ l igkeit und Richtung der Entwicklung), gekennzeichnet ist. Dieser Zustand drückt sich mittelfristig kaum in der Ab­ lehnung bereits breit eingeführter Pro­ dukte aus - bei diesen konkreten Mani­ festationen und den ihnen zugrundelie­ genden neuen Technologien stößt man meist auf breite Zustimmung bzw. ak­ zeptierte Verwendung -, sondern viel­ mehr durch eine tiefsitzende Skepsis gegenüber Neuerungen und Verände­ rungen. Das Schwerpunktthema Tele­ kommunikation wird in der Folge auf drei verschiedenen Ebenen durch Bei­ träge von Johann Cas ("Ökonomische Effekte der Telekommunikation : Aus­ wirkungen auf Wachstum, Wirtschafts­ struktur und Wettbewerbsfähigkeit") , Johann Cas und Paul Pisjak ("integrier­ te Breitbandnetze - eine Technologie sucht ihren Markt") sowie Walter Peissl und Paul Pisjak ("Kartenspiele im Zah­ lungsverkehr - und wie sind die Re­ geln? Probleme des kartengestützten Zahlungsverkehrs in Österreich") be­ handelt. Beim Themenblock Umwelt steht die Technolog iefolgenabschätzung einer breiten öffentlichen Unterstützung ge­ genüber, wobei die tatsächl ichen Kon­ sequenzen der verschiedenen Konzep­ te in weiten Bereichen nicht strukturiert untersucht wurden. M ichael Nentwich und Christian Rakos ("Die Umweltver­ träglichkeitsprüfung von Politiken, Plä­ nen und Programmen: ein strategi­ sches Instrument der Umweltvorsor­ ge"), Sebastian Alber und Markus Mikl 1 37