24. Jahrgang ( 1 9 9 8 ) , Heft 1 Zur Außenwirtschaftspolitik der EU Rezension von: Moritz Röttinger, Claudia Weyringer (Hrsg.), Handbuch der europäischen Integration, 2. Auflage, MANZ Verlag, Wien 1 996, 1 1 54 Seiten, öS 2. 1 80,-. Die vom MANZ Verlag herausgege­ benen Handbücher, deren Beiträge sich fast durchwegs durch hohe Qualität auszeichnen, sind mittlerweile für Öko­ nomen, Sozialwissenschafter, Politolo­ gen, Historiker und Juristen in Öster­ reich zu unentbehrlichen Arbeitsmitteln geworden. 1 991 erschien d ie erste Auflage des 'Handbuchs der europäischen Integrati­ on'. (Eine Besprechung erfolgte im Heft 4 ( 1 992) dieser Zeitschrift.) Die vorlie­ gende zweite Auflage enthält neben ak­ tualisierten Beiträgen aus der ursprüng­ lichen Version auch zwei neue Beiträ­ ge, auf die sich d iese Rezension kon­ zentriert. Der Artikel 'Die Beziehungen der EG zu den osteuropäischen Staaten' von Peter Kalbe und l ngrid Bachmann be­ ginnt mit einem historischen Rückblick über die Zeit vor der Wende und skiz­ ziert die Entwicklungen der Beziehun­ gen zwischen der EG und den einzel­ nen mittel- und osteuropäischen Län­ dern sowie den neuen unabhängigen Staaten. Solange der EG ein Block von Staatshandelsländern gegenüberstand, beschränkte sich die Außenwirtschafts­ politik der EG auf den einseitigen Schutz des Gemeinsamen Marktes vor Störungen aus Staatshandelsländern, zu dem vereinzelt bilaterale und sekto­ riell begrenzte Absprachen - über Stahl , Textilien und Agrarerzeugnisse - hinzu- Wirtschaft und Gesellschaft traten. Heute stehen die Beziehungen zu den östl ichen Nachbarn der EU im Zeichen der Partnerschaft und der Zu­ sammenarbeit bei deren Annäherung an und Eingliederung in ein umfassen­ des pan-europäisches Sicherheits- und Währungssystem auf al len Ebenen eu­ ropäischer und internationaler Zusam­ menarbeit. Abgestützt werden diese Beziehungen durch eine Reihe von Ab­ kommen. Bei allen landesbezogenen Eigenhei­ ten , die das bilaterale Verhältnis kenn­ zeichnen, werden die Schwerpunkte dieser gemeinsamen Außenwirt­ schaftspolitik durch eine Reihe von ln­ teressensgebieten vorgegeben, die al­ len östl ichen Partnerländern gemein­ sam sind: der gegenseitige Marktzutritt und die entsprechende Öffnung des Gemeinsamen Marktes, Finanz- und Zahlungsbilanzhilfen, Investitionsförde­ rungen sowie technische Hilfe und Zu­ sammenarbeit bei der Schaffung der notwendigen institiutionellen , rechtl i­ chen, wirtschaftlichen und sozialen Vor­ aussetzungen für eine erfolgreiche Zu­ kunft. Andererseits bestehen Unterschiede in Zielrichtung und Intensität dieser Be­ mühungen zwischen den Ländern Mit­ tel- und Osteuropas und den neuen un­ abhängigen Staaten . Für die ersteren strebt die bestätigte Strategie "struktu­ rierter Beziehungen" und multi- wie bi­ lateraler Zusammenarbeit den späteren Beitritt der durch sog. Europa-Abkom­ men asoziierten Partnerländer Polen , Ungarn, Tschechien, Slowakei , Bulgari­ en und Rumän ien an, doch bildet sie darüber hinaus auch Grundlage und Vorbild für die Gestaltung der Bezie­ hungen zu den anderen Ländern Mittel­ und Osteuropas. Nach ausdrücklicher Weisung des Essener Gipfels werden auch mit den baltischen Republiken und Slowenien derartige Assozierungs­ abkommen abgeschlossen. M it den neuen unabhängigen Staa­ ten wird demgegenüber ein beiderseits 1 45