Wirtschaft und Gesellschaft die Herleitung der spekulativen Blasen oder des Chaosmodells und die detail� reiche Schilderung der Regulierungs� struktur der amerikanischen Finanz� m�rkte). Weiters - aber das ist nicht eine Schw�che Aschingers, sondern eine der gesamten �konomik - fehlt die Be� handlung eines Problems, auf das noch kein Modell eine befriedigende Antwort geben konnte: die zunehmende Asyn� chronizit�t zwischen Finanz- und G�� term�rkten. Gewisserma�en als Ouverture f�r die Theorie spekulativer Blasen und der Chaosmodelle am Finanzmarkt bietet Asehinger eine gelungene Zusammen� fassung der theoretischen Literatur zur Spekulation. Die Feststellung Fried� mans, Spekulation sei stabilisierend, wenn sie Gewinn br�chte, ist dabei nicht nur problematisch, weil sie eine reine ex-post Bedingung darstellt. Auch ohne die Modelle spekulativer Blasen oder der Chaostheorie kann gezeigt werden , da� diese Bedingung weder notwendig noch hinreichend ist. Kaldor erkl�rt in seinem Modell der Spekulation vor allem �ber das Verh�lt� nis von "Spekulanten" und "Nichtspeku� lanten" am Markt, ob es sich um stabi� lisierende oder destabilisierende Spe� kulation handelt. Der wesentliche Un� terschied zwischen beiden ist, da� die Spekulanten in ihrer Erwartungsbildung die Erwartungsbildung der anderen Marktteilnehmer einbeziehen. Andere Ans�tze gehen von Gruppen mit unter� schiedlicher Risikoaversion (Keynes und Hicks) oder von einem unter� schiedlichen Informationsstand der Markttei lnehmer aus. ln dynamischen Modellen und mit der Erweiterung um Derivative l��t sich durch unterschiedlichen Informations� grad bzw. unterschiedliche Grade der Ri� sikoaversion sowie deren Ver�nderung �ber die Zeit (Feldstein) destabilisierende Spekulation zeigen. Die M�glichkeit de� stabilisierender Spekulation ist somit 1 66 24. Jahrgang ( 1 99 8 ) , Heft 1 auch theoretisch besser erkl�rbar als de� ren Ausschlu�. Da� die Spekulation im "Normalfall" wichtige (und stabilisieren� de) Funktionen der Informationsverarbei� tung sowie der Risiko- und Fristentrans� formation erf�llt, bleibt dabei unbestritten. Die Bubbles und Crashs, die Aschin� ger behandelt, lassen sich im wesentli� chen in einem Phasenschema in Anleh� nung an Kindleberger und Minsky be� schreiben, wobei einige der Phasen na� t�rlich auch parallel auftreten k�nnen: 1 . ) Zu Beginn wirkt ein exogener Schock auf das System ein (techni� sche Innovationen und der damit verbundene Produktivit�tsfortschritt oder �hnliches). 2 . ) Dadurch kann eine Boomphase ent� stehen, die zun�chst noch auf rea� len Fundamenten beruht (profitable� re lnvestitionsm�glichkeiten). 3.) Die Kreditt�tigkeit wird angebots-wie nachfrageseitig ausgedehnt und m�glicherweise durch die Schaffung neuer Instrumente mit gro�er Hebel� wirkung verst�rkt. Gerade im Crash von 1 987 l��t sich dieses Ph�nomen anhand der relativ neuen Instrumen� te der verschiedenen Portfolio-lns� urance-Techniken zeigen, welche die spekulative Blase zwar nicht ausge� l�st, aber verst�rkt haben. 4.) Die Spekulation tritt durch das ver� mehrte Auftreten von Mitl�uferspe� kulanten in die Phase der Euphorie. Ab diesem Zeitpunkt wird es bereits schwierig, diskretion�r einzugreifen , weil die Spekulation zinsunelastisch wird; viele sind sich der fundamen� talen Ungleichgewichte bewu�t, glauben aber, noch rechtzeitig aus� steigen zu k�nnen. 5.) Im Laufe der Entwicklung einer spe� kulativen Blase werden irrationale ( massenpsychologische) Ph�nome� ne immer bedeutsamer. ln Phase 4 und 5 ist das erwartete Verhalten der Mitspekulanten wichtiger als die Re� lation zwischen Fundamentalwert und Marktpreis.