24. Jahrgang ( 1 998), Heft 4 Wirtschaft und Gesellschaft Innovation und Partizipation Einbeziehung der Arbeitnehmerinnen in staatlich geförderte Innovationsprojekte Jörg Flecker, Josef Mandl, Thomas Riesenecker-Caba, Michael Stampfer 1. Zum Hintergrund Die technologiepolitische Diskussion in Europa und in der OECD wird u .a . durch die Erfahrung geprägt, daß die Wettbewerbsfähigkeit der Wirt­ schaft und die Verbesserung der Lebensbedingungen davon abhängen, inwieweit es gelingt, die technologische Adaptions- und die Innovations­ kapazität der Unternehmen und der Gesellschaft als Ganzes zu erhöhen. Der technologische Wandel und der Einsatz neuer Technologien, insbe­ sondere der I nformations- und Kommunikationstechnologien, bewirken immer raschere und umfassendere techn ische und damit verbunden vor al lem organisatorische Veränderungen in den Unternehmen, welche die zentralen Akteure im l nnovationsprozeß sind. Die Erkenntnis, daß Innovation ein interaktiver, kumulativer, sozialer (Lern-)Prozeß ist, der das Unternehmen in seiner Gesamtheit erfaßt, erfor­ dert von den Akteuren im Unternehmen - Management und Mitar­ beiteri nnen - neben der Sachkenntnis auch Wissen über die Struktur, die Organisation und die sozialen Beziehungen . D.h. die Fragen der organi­ satorischen und strukturellen I nnovationen und d ie damit verbundene Ein­ beziehung der Mitarbeiteri nnen in die Innovationsprozesse spielen eine essentielle Rolle. Wie internationale Studien und empirische Beobachtungen zeigen , las­ sen eine frühzeitige (schon in der Planungsphase) und weiterführende (auch im Umsetzungsprozeß) Einbeziehung der Mitarbeiteri nnen und die Nutzung deren Kreativität und Erfahrungswissen eine bessere Abstim­ mung mit den betrieblichen Anforderungen zu. Mehr noch : Neben der Re­ duktion des (nachträglichen) Änderungsaufwands (durch Vermeidung von Fehlern)und der Beschleunigung von Prozeßinnovationen (und in der Fol­ ge auch raschere Realisierung und Umsetzung von Produktinnovationen) bieten partizipative Ansätze den betroffenen Mitarbeiterinnen die Möglich­ keit, an Veränderungen mitzuwirken, die den eigenen Arbeitsplatz betref- 523