24. Jahrgang ( 1 998), Heft 4 muß (Rahmenzeitraum), oder eine ge­ wisse Versicherungszeit ohne bestimm­ te zeitliche Lagerung ("ewige Anwart­ schaft") vorliegen (§§ 235 und 236 ASVG). Neben der Erfüllung der Warte­ zeit muß außerdem noch ein - je nach Pensionsart unterschiedliches - Min­ destalter erreicht werden (4 ). Unter Ver­ sicherungszeiten werden sowohl Bei­ trags- als auch Ersatzzeiten verstan­ den. Beitragszeiten sind Beitragszeiten der Pflichtversicherung (5), einer frei­ willigen Versicherung (freiwillige Wei­ terversicherung, freiwill ige Selbstversi­ cherung gem. § 1 6a ASVG, freiwil l ige Versicherung nach § 1 9a ASVG (ge­ ringfügig Beschäftigte)), Nachkauf in der Pensionsversicherung und Zeiten der Selbstversicherung für die Pflege eines behinderten Kindes. Ersatzzeiten sind - abgesehen von gewissen gesetz­ lichen Beschränkungen - den Beitrags­ zeiten gleichzusetzen. Sofern irgend­ welche Versicherungszeiten vorl iegen, werden auch Ersatzzeiten berücksich­ tigt. Es gibt jedoch Unterschiede, ob die Ersatzzeiten für die Wartezeit oder die Pensionshöhe benötigt werden. Als Er­ satzzeiten gelten neben den Kinderar­ ziehungszeiten (6) Zeiten des Bezugs von Wochen- und Krankengeld, Zeiten des Bezugs einer Geldleistung aus der Arbeitslosenversicherung, nachgekauf­ te Schul- und Studienzeiten sowie Zei­ ten des Präsenz-, Zivil- und Kriegsdien­ stes. Neutrale Zeiten verlängern den zur Erfüllung der Wartezeit erforderli­ chen Rahmenzeitraum. Diese sind ins­ besondere Zeiten einer vorübergehen­ den Nichtausübung der berufl ichen Tä­ tigkeit (soweit sie n icht Ersatzzeiten sind), Zeiten des Pensionsbezugs, Zei­ ten der Arbeitssuche, der Karenzur­ laub, Zeiten der Pflege eines behinder­ ten Kindes. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die erforderlichen Anspruchsvorausset­ zungen für die verschiedenen Pensi­ onsarten des ASVG. Die Kindererzie­ hungszeiten wirken überall dort pensi- Wirtschaft und Gesellschaft onsbegründend, wo eine gewisse An­ zahl von "Versicherungsmonaten" ver­ langt wird. Als Beispiel dafür möge die Erfüllung der Anwartschaft für die nor­ male Alterspension (Mindestalter bei Pensionsantritt 60/55 Jahre (Männer/ Frauen)) dienen. Dafür sind minde­ stens 1 80 Versicherungsmonate inner­ halb der letzten 360 Kalendermonate (=30 Jahre) erforderlich. Alternativ dazu kann auch die "ewige Anwart­ schaft" erfüllt werden; d . h . 1 80 Bei­ tragsmonate oder 300 Versicherungs­ monate ohne bestimmte zeitliche Lage­ rung. Die Kindererziehungszeiten wer­ den für die 1 80 bzw. 300 Versiche­ rungsmonate eingerechnet, n icht je­ doch für die 1 80 Beitragsmonate. Eine Sonderstellung nehmen die Kinderar­ ziehungszeiten bei der vorzeitigen Al­ terspension bei Arbeitslosigkeit ein. Die Anwartschaft ist jedenfalls erfüllt, wenn 1 80 Beitragsmonate der Pflichtversi­ cherung vorl iegen. Liegen mindestens 1 20 Beitragsmonate der Pfl ichtversi­ cherung vor, so zählen für die auf 1 80 Monate fehlenden Zeiten auch Kinder­ erziehungszeiten . Diese Regelung er­ leichtert älteren arbeitslosen Frauen die Erfüllung der Anwartschaft. 4. Einfluß der Kindererziehungszeiten auf die Pensionshöhe Falls bereits Pensionsansprüche vor­ liegen , führen die Kindererziehungszei­ ten zu einer Erhöhung der Pension. Um diese zu bestimmen, wird daher auf die Berechnung der Pensionshöhe näher eingegangen. Die Höhe der Pension wird durch zwei Faktoren bestimmt: der Bemessungsgrundlage und dem Stei­ gerungsbetrag (Prozentsatz). Die Pen­ sionshöhe ergibt sich aus der Multipli­ kation dieser beiden Faktoren . Zur Er­ mittlung der Bemessungsgrundlage wird der Durchschnittsverdienst der be­ sten 1 5 Jahre herangezogen (7). Der 55 1