Wirtschaft und Gesellschaft personaler und funktionaler Rollen der monarchischen Elite (v.a. Adelsprädi­ kat, Reserveoffiziersstatut, Karriere im öffentlichen Dienst) und so zur I ntegra­ tion in die herrschende El ite der Monar­ chie. Seide El itetypen tendierten, be­ gründet in ihrem Selbstverständnis, dazu, das sich in der konstitutionellen Phase der Monarchie in Parteien und I nteressenvertretungen durchsetzende Prinzip der organhaften demokratisch legitimierten Gruppenvertretung durch neue Formen von mediatisierter Reprä­ sentation in der Ausprägung einer be­ rufsständischen Gesellschaftsordnung zu ersetzen. Der Erste Weltkrieg und der damit verbundene politische Umbruch bilde­ ten die Basis für den Aufstieg der bund­ haften Eliten zum dominierenden so­ zialen Gestaltungsprinzip. Dieser Pro­ zeß radikal isierte die traditionellen Kar­ parationsbünde und alternativen Ju­ gendbewegungsgruppen ebenso wie die partei integrierten Jugend- und Stu­ dentenverbände der Sozialdemokratie. Die Extrempositionen dieser neuen ra­ d ikalen Bundhaftigkeit manifestierten sich in den jugendbewegten Gruppen mit ihrem Anspruch, nur Bewegung und nicht Organisation zu sein, mit der Kon­ sequenz, jeweils in organisatorisch ge­ festigteren Parteieliten aufzugehen. Die verschiedenen Modelle partei- bzw. systemkonformer Elitenbildung durch anstaltsspezifische, institutionalisierte politische Sozialisation bildeten den Gegenpart dazu. Zwischen den beiden polen "Bewegung" und "Anstalt" nah­men die traditionellen bundhaften Kar­ parationseliten eine unterschiedliche Entwicklung: Die deutschnationalen Korporationen tendierten zur radikalen Bundhaftigkeit. Dem Vordringen des über Jugendbewegung und Nationalso­ zialismus gesteigerten Bund-Prinzips standen die realen Führungserfordernis­ se des von den katholischen Eliten par­ tiell bzw. ab 1 934 fast ganz beherrschten politischen Systems gegenüber. 604 24. Jahrgang ( 1 998) , Heft 4 Die Erste Republik ist nach dem Be­ fund Stimmers durch eine sign ifikant überproportionale, partei- und lager­ übergreifende Präsenz der Bund- und Anstaltseliten in den von den politi­ schen Parteien zu besetzenden Ent­ scheidungspositionen der Legislative und Regierung geprägt. Dominiert wur­ de die Erste Republik von einer Reprä­ sentationselite, deren El itebewußtsein eine gruppenkonstitutive Tendenz zur mediatisierten politischen Repräsenta­ tion einschloß, die dem auf Wahl und Delegationsprinzip basierenden west­ europäischen Repräsentativsystem prinzipiell entgegenstand. Aus diesem Repräsentationsverständnis der El ite­ gruppen erwuchs eine Ämterpatronaga und Rekrutierungspolitik, die über eine rein berufliche Absicherung der Mitglie­ der weit hinaus reichte. Sie wurde zur materiel len und strategischen Voraus­ setzung für die erfolgreiche politische Repräsentation gruppenspezifischer, aber dennoch allgemein verbindl icher Werte wie der "Volksgemeinschaft" oder des "katholischen Volkes" tran­szendiert. Sozialstrukturalle Exklusivität und anstaltsspezifische lnstitutionalisierung stellen Indikatoren für einen tiefgreifen­ den Bruch der Rekrutierungspraxis der herrschenden politischen El ite der Er­ sten Republik und besonders des Stän­ destaates dar. Bereits in der parlamen­ tarischen Phase vollzog sich ein Pro­ zeß der institutionellen und sozialstruk­ turallen Einengung elitärer Aufstiegs­ muster und Rekrutierungsfelder. Dieser Prozeß wurde im Ständestaat deutlich verstärkt. Dieser Trend zur "Anstaltseli­te" wirkte auch in die politischen Partei­ en und Bewegungen hinein, welche die tradierten Formen privilegierter Eliten­ bildung über exklusive Anstalten zwar heftig kritisierten , das Prinzip der an­ staltsspezifischen politischen Soziali­ sation jedoch für ihre eigene Personal­ rekrutierung voll übernahmen. Explizit gi lt d ies für die Sozialdemokratische