25. Jahrgang ( 1 999), Heft 3 Wirtschaft und Gesellschaft Editorial Zur Konjunkturlage im Euroland I. Nachdem vor gut einem halben Jahr in elf Mitgliedsl�ndern der Europ�ischen Union, zum Tei l verbunden mit gro�en Hoffnungen bez�glich Stabil it�t und wirtschaftl icher Dynamik, der Euro als ge� meinsame W�hrung eingef� hrt wurde, machte sich in letzter Zeit wieder vermehrt eine gewisse Skepsis bemerkbar. Die Wachstu msprog nosen f�r die europ�ische Wirtschaft m u �ten seit M itte 1 998 mehrmals abw�rtsrevidiert werden, und die Ent� wicklung des Au�enwertes des Euro bewirkte unter den B�rgern eine steigende Verunsicherung �ber die Stabil it�t der neuen W�h� ru ng. Oberfl�chlich betrachtet liegt die Vermutung nahe, da� die Erwartungen doch zu hoch angesetzt waren. Hat man den B�r� gern etwa zu viel versprochen? Eine n�here Betrachtung der kon� junkturellen Entwicklung (Abschnitt I I ) sol l zeigen, da� der Euro in turbulenten Zeiten seine Feuertaufe durchaus bestanden hat und trotz des gegen�ber dem Einf� hrungskurs vom Jahresbeginn ge� sunkenen Au�enwertes der Stabil it�t zutr�glich war (Abschnitte 111 und IV). II. W�hrend die Wirtschaft der USA dank der robusten I n l ands� nachfrage (wenn auch auf Kosten einer l�ngerfristig nicht tragba� ren Verschuldung der Haushalte sowie mit einem Leistungsbilanz� defizit in der H�he von 3 Prozent des BIP) weiterh in erstaunl ich kr�ftig w�chst, zeichnet sich in Japan noch immer keine nachhal� tige �berwindung der hartn�ckigen Krise, kein Ende der Deflation ab, da die Wiederherstel lung des Vertrauens von U nternehmen u nd Haushalten nach wie vor noch effizienter Schritte der Politik zur Bew�ltig u ng der Strukturprobleme, vor allem im Finanzsektor, bedarf. Die Fundamentaldaten der europ�ischen Wirtschaft entwickel� ten sich gegen Ende der neu nziger Jahre geradezu pr�chti g : es existiert praktisch kein Preisauftrieb mehr, die I nvestitions� rentabil it�t �bertrifft den h istorischen H�chststand der sechziger Jahre, die �ffentlichen Haushalte konnten soweit saniert werden , da� die Gefahr explodierender Defizite bzw. Verschuldung ge� bannt ist, die Nominalzinsen wurden deutlich reduziert, sinkende Lohnst�ckkosten verbessern die preisliche Wettbewerbsf�higkeit, 257