Wirtschaft und Gesellschaft 25. Jahrgang ( 1 999), Heft 3 lieh umfassend in das Bewu ßtsein der Bürger eingedrungen. Äu­ ßere und in nere Stabil ität können noch n icht ausreichend u nter­ schieden werden. Auch wenn man korrekterweise hinzufügen muß, daß darüber­ h i naus gewisse Güter, vor allem Rohstoffe wie Erdöl, auch im Euroland in Dollar gehandelt werden, so machen d ie oben ange­ fü hrten Zahlen offenkundig, daß für die monetäre Stabil ität im Ge­ biet der Einheitswährung nicht d ie äu ßere (Währungs-)Stabil ität, sondern in dominanter Weise die innere (Preis-)Stabil ität von Re­ levanz ist. Wirft man einen Blick auf die I nflationsraten in den tra­ ditionellen Hartwährungsländern der EU- 1 1 , so zeigt sich, daß der Euro stabiler ist, als es DM oder Sch i l l i ng je zuvor ware n , denn eine I nflationsrate von praktisch Null gab es tatsächlich schon lan­ ge nicht. Wechselkursveränderungen können somit mit ebensol­ cher Gelassenheit gesehen werden, wie dies in den USA der Fall ist, denn d iese sind in der Regel nur dann bedenklich, wenn da­ durch die Preisstabil ität gefährdet wird oder Störu ngen der Wäh­ rungssysteme d rohen . Da bei gegebener Preisentwicklung und Außenverflechtung die Angst vor einem massiveren I nflations­ import nicht wirklich rational begrü ndbar erscheint, kann das gro­ ße Zittern vor der Geldentwertu ng d u rch Euro-Ku rsverluste ge­ trost eingestellt werden. IV. Ganz abgesehen von der Klärung des Stabil itätsbegriffes soll­ te man zur realistischen E inschätzung der Kursentwicklung des Euro ein Jahr zurückblicken. • I h ren ersten und bislang schwersten Härtetest hat d ie neue Währung bereits im Herbst 1 998, also noch vor ihrer offiziellen Einführung, bravourös bestanden . Alleine das klare Bekenntnis, u n u mstößlich am Plan zur d ritten Stufe der Wäh rungsunion festzuhalte n , hat d ie Wäh ru ngen der Tei lneh merstaaten resi­ stent gegen die internationalen Finanzprobleme gemacht. I m Gegensatz z u anderen Weltreg ionen (und übrigens auch zu den N icht-Euro-Währu ngen in Europa) blieb das als Euroland geplante Gebiet relativ u nbeeindruckt von den krisenhaften Ent­ wicklu ngen und erwies sich als "sicherer H afen" für vorsichts­ halber aus anderen Regionen abgezogenes Kapita l . Man kann jedenfalls davon ausgehen, daß ohne den festen Plan zur Ein­ fü hrung des Euro erneute Verwerfu ngen innerhalb des europäi­ schen Wäh ru ngsgefüges d ie Wirtschaft weit tiefer ersch üttert und vermutlich in eine Rezession geführt hätten. • Weiters führte eine ganze Reihe von Faktoren dazu , daß d ie Euro-Dol lar-Relation bei der Einführung zu Jahresbeginn nicht u n bedi ngt den realen wirtschaftl ichen Gegebenheiten ent- 260