2 6 . Jahrgang (2000) , Heft 2 Wirtschaft u n d Gesellschaft Die Verteilungswirkungen im Bereich der sozialen Sicherheit können hier nur grob abgeschätzt werden, weil die Maßnahmen noch n icht genügend konkretisiert sind. Die Pensionisten gehören in Österreich überwiegend zum einkommens­ schwächeren Teil der Bevölkerung; die Hälfte zählt zum unteren Ein­ kommensdrittel der Haushalte , je ein Viertel zum mittleren und oberen. Wenn man jedoch versucht, gewichtete Pro-Kopf-Einkommen zu errech­ nen, schneiden die Pensionistenhaushalte (wegen der geringen Haushalts­ größe) relativ gut ab. Steigende private Ausgaben für d ie Gesundheit (z.B. Selbstbehalt) treffen die unteren Einkommensschichten deutlich stärker. Das untere Ein­ kommensdrittel gibt 4, 1 % des Einkommens für Gesundheit aus, das mitt­ lere 3, 1 % und das obere 2,4%. Der Ausbau der Famil ienförderung begünstigt zweifellos die einkom­ mensschwächeren Haushalte relativ stärker. Da das Karenzgeld nunmehr auf alle ausgedehnt werden sol l , werden die Verteilungswirkungen ähnlich sein wie bei der Geburtenbeihi lfe oder beim Mutter-Kind-Paß, d .h . gut ein Fünftel kommt dem unteren Einkommensdrittel zugute, die Hälfte dem mitt­ leren Terzil . Wenn man versucht, gewichtete Pro-Kopf-Einkommen zu rechnen, dann zählt ein noch weit größerer Anteil der Familien zu den ein­ kommensschwächeren Haushalten. Tabelle 7: Verteilungswirkungen der sozialen Wohlfahrt (in %) Haushaltseinkommen Unteres Mittleres Oberes Einkommensdrittel Bruttoeinkommen 12 28 60 Nettoeinkommen 14 29 57 Familien 19 39 42 Davon Geburtenbeihilfen 21 49 30 Mutter-Kind-Paß 22 50 28 Gesundheit 26 34 40 Arbeitslose 56 27 17 Q: WIFO-Verteilungsstudie: Guger et al . (1 996) 2.3 Begünstigungen für bestimmte Interessengruppen l n diesem Abschnitt geht es um die funktionelle Einkommensverteilung, d . h . um die Verteilung zwischen den Gewinnen der Unternehmer und den Löhnen der Arbeitnehmer. Die Unternehmen gehören sicherlich neben den Familien zu den großen Gewinnern. Die Lkw wurden von der Erhöhung der Versicherungssteuer und die Unternehmen von der Erhöhung der Energieabgabe ausgenom- 193