26. Jahrgang (2000), Heft 3 Wirtschaft und Gesellschaft bereitgestellt werden. Insgesamt wurden durch öffentliche Arbeitsbe­ schaffungsmaßnahmen im Jahr 1 997 ca. 1 69.000 Vollzeitarbeitsplatz­ äquivalente geschaffen.71 Da auch in diesem Bereich eine hohe Teilzeit­ quote besteht, dürften weit über 200.000 Personen ihren Arbeitsplatz den einzelnen arbeitsmarktpolitischen Programmen verdanken, eine ange­ sichts von knapp 400.000 registrierten Arbeitslosen im Jahr 1 997 bemer­ kenswert hohe Zahl. Erklärte Absicht der niederländischen Regierung bleibt es, Langzeitarbeitslose durch aktive Beschäftigungspolitik wieder in Be­ schäftigung zu bringen . Um dieses Ziel zu erreichen, sollen auch in den kommenden Jahren weitere Arbeitsplätze im öffentlichen Sektor und durch staatliche Zuschüsse in der privaten Wirtschaft geschaffen werden. Zusammenfassend erweist sich der n iederländische Weg aus der Ar­ beitslosigkeit als ein Mix aus angebots- und nachfragetheoretischen Kon­ zepten (vgl . hierzu die folgende Abb. 1 ) . Abbildung 1 : Der niederländische Weg aus der Arbeitslosigkeit Lohnzurückhaltung Ausweitung der Inaktivierung des Aktive Arbeits- ? Teilzeitarbeit Erwerbspersonen- marktpolitik ? potantials ? Exportsteigerung ("malthusianischer ? egalitärere Verteilung Ansatz") u.a. des Arbeitsvolumens t "Melkert-Jobs" Wirtschaftswachstum ? ? ? Senkung des Schaffung von Ausweitung des höhere Arbeitsangebots auf Arbeitsplätzen unter Arbeitsvolumens Partizipationsquote dem Arbeitsmarkt staatlicher Regie ~ 1 1 / Senkung der Arbeitslosenquote 3. Analyse des niederländischen Wegs aus der Arbeitslosigkeit 3.1 Zur Bedeutung einzelner Maßnahmen Die empirische Analyse des niederländischen "Beschäftigungswunders" vermittelt kein einheitliches Bild. Einerseits beruhen die Beschäftigungser­ folge auf einem vergrößerten Arbeitsvolumen, das auf eine erfolgreiche öko­ nomische Performance hinweist. H ierfü r ist in erster Linie die anhaltende relative Entlastung der niederländischen Wirtschaft von Lohnkosten verant­ wortl ich , was steigende Exportüberschüsse ermögl icht und auf diesem Wege zu höheren Wachstumsraten geführt hat. Andererseits sind für die niedrigen Arbeitslosenquoten aber auch nichtökonomische Faktoren verant­ wortl ich. Hierzu gehört in erster Linie die hohe Teilzeitquote in den Nieder­ landen, die das Ergebnis einer Mischung aus kulturel len Besonderheiten und korporatistischen Übereinkünften ist und sich in der Realität in einer 353