Wirtschaft und Gesellschaft 28. Jahrgang (2002), Heft 3 renziale als Anreize zur Vermeidung von Shirking zu interpretieren."24 Für die Fluktuationskosten-Variante und die übrigen, sozial-normativen Varian­ ten der Effizienzlohnthese l iegt h ingegen anhand d ieser Daten keine em­ pirische Evidenz vor. Barth und Zweimüller ( 1 992) weisen darauf h i n , dass die starke Ähnlich­ keit der ,kontroll ierten' Branchenlohnhierarchien in Ländern mit ganz unterschiedlichen Arbeitsmarktinstitutionen (Österreich und Norwegen ver­ sus Vereinigte Staaten ) nicht durch Verhandlungsmodelle oder d ie Renten­ verteilungsthese, d ie al lesamt auf der Existenz von Gewerkschaften be­ ru hen , erklärbar ist. H ingegen stehen d iese empirischen Beobachtungen n icht im Widerspruch zu der Kontrol lkosten- und der Fluktuationskosten­ Variante der Effizienzlohn hypothese, da gemäß diesen d ie Za hlung von Effizienzlöhnen von der technischen Ausstattung der Betriebe abhängt, die international weitgehend übereinstimmt. 8. Zusammenfassung l n diesem Beitrag werden anhand der Statistik des Hauptverbandes der Österreichischen Sozialversicherungsträger ü ber d ie Verteil u ng der zur Pensionsversicherung beitragspflichtigen Einkommen einige Beobachtun­ gen über die Entwicklung der Branchenlohnstruktur im Zeitraum 1 980 bis 1 994 angestel lt . Der erfasste Personenkreis besteht aus Arbeiteri nnen, Angestellten und Vertragsbediensteten im öffentlichen D ienst. Ausgewie­ sen werden von der Statistik Daten zur Vertei l u ng monatlicher Bruttover­ dienste, d ie bereits um d ie Unterschiede in der Zahl der Versicherungstage (Beschäftigu ngstage) bereinigt sind. Das monatliche Medianeinkommen al ler erfassten unselbstständ igen Beschäftigten belief sich im Jahr 1 980 auf öS 1 1 .492 und erhöhte sich bis 1 994 auf öS 2 1 .843. Der Zuwachs betrug 90, 1 % bzw. 4, 7% p.a. Sowohl bei den Arbeitern als auch bei den Angestel lten erhöhten sich die Einkommen der Frauen stärker als jene der Männer. Der Aufholprozess der Fraueneinkommen dü rfte vor allem ein Ergebnis der gewerkschaftlichen Mindestlohnpolitik gewesen sein. Die Gehälter der män nlichen Angestellten nahmen während der Beob­ achtungsperiode weit stärker zu als die Löhne der männl ichen Arbeiter. Dieses Resultat entspricht der These der Segmentierung des Arbeits­ marktes. Die geringsten Lohnzuwächse bei den männlichen Arbeitern wie­ sen jene Branchen auf, wo der Zustrom an ausländischen Arbeitskräften eine starke Erhöhung des Arbeitsangebots bedeutete. l n allen vier unterscheid baren Beschäftigungsgruppen (Arbeiter, Arbei­ terinnen, männliche Angestellte und Vertragsbedienstete, weibliche Ange­ stellte und Vertragsbedienstete) zählten in den achtziger und in der ersten Hälfte der neunziger Jahre die Energie- und Wasserversorgung, der Berg­ bau , die Papierbranche, das Druckerei- und Verlagswesen sowie die Che­ miebranche zu den bestzahlenden Branchen, die Bekleidu ngserzeugung, die Land- und Forstwirtschaft, d ie Häuslichen Dienste, der Fremdenverkehr 428