28 . Jahrgang (2002), Heft 3 eine menschliche Handlungsinnovation voraus, d .h . allerdings n icht, dass sie immer das bewusste oder gewollte Er­ gebnis einer Handlung ist, sondern auch die nicht-intendierte Folge einer solchen sein kann. Auftretende lneffizienzen von Institutionen lassen sich mit der mögli­ chen, aber nicht sofortigen Falsifikation von Hypothesen erklären. Das Sankti­ onspotenzial von Institutionen wird bei Schaffer über eine Erwartungskompo­ nente hergeleitet. I ndem Individuen Pro­ gnosen über das Verhalten anderer I ndi­ viduen in Bezug auf eine Institution ab­ geben, setzen sie sich der Verifikation oder Falsifikation ihrer Erwartungen aus. Je bewährter Prognosen sind, de­ sto höher ist das Sanktionspotenzial der betrachteten Institution . Je bewährter eine Theorie erscheint, desto schwieri­ ger wird der institutionelle Wandel. Wirtschaft und Gesellschaft Schaffers Arbeit vermittelt klare Ein­ blicke in die Philosophie des kritischen Rationalismus und macht ihn direkt nutz­ bar für d ie Analyse von I nstitutionen. Kritisch anzumerken ist die merkwürdig vorurteilsbehaftete Auseinandersetzung mit psychologischen Ansätzen in Teil E der Arbeit. Die Entwicklung eines alter­ nativen evolutionären Ansatzes von Insti­ tutionen lässt gerade auch im Vergleich zu Norths Theorie des institutionellen Wandels fruchtbare Einsichten vermu­ ten. Schlussendlich wird die For­ schungsrichtung der Neuen Institutio­ nenökonomik als Verbindung von Sozial­ psychologie und Ökonomie verstanden. Damit öffnet sich der Blick für eine Inte­ gration von Erkenntnissen anderer For­ schungszweige bei gleichzeitiger Be­ achtung methodologischer Stringenz. Florian Deising 453