Wirtschaft und Gesellschaft 29. Jahrgang (2003), Heft 2 1.2 Quellen 1.2.1 Einkommensbericht des Rechnungshofes Eine erste Schwierigkeit bei der Bearbeitung des Themas ergibt sich daraus, dass die Sekundärstatistiken wenig fein gegliedert sind und so nur auf sehr aggregiertem N iveau beispielsweise Einkommensdaten ver­ fügbar sind . Hier wird als erste Quelle der Einkommensbericht des Rech­ nungshofes (2000, 2001 ) verwendet, der die weitestgehende Tiefgliede­ rung hat. Dieser Bericht wird von der Statistik Austria im Auftrag des Rechnungshofes erstel lt und ist eine der umfassendsten Darstel lungen der Einkommen von selbstständig und unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich. Er wurde 2002 zum zweiten Mal herausgegeben, so dass für unselbst­ ständig Erwerbstätige Einkommensdaten von 1 998 bis 2001 , für selbst­ ständig Erwerbstätige Daten von 1 996 bis 1 999 vorliegen. Wenngleich der Einkommensbericht sicherlich eine der besten Sekun­ därquellen für Einkommensanalysen ist, so ist auch er mit zah lreichen Problemen behaftet. Abgesehen von den bekannten Problemen der Erfassung selbstständiger Einkommen stellt vor allem die Aggregierung ein großes Problem dar: Es wird nur dargestellt, wieviele Beschäftigte es im "Gesundheits- und Veterinärwesen" gibt und wie ihre Einkommen sind, es wird dabei aber nicht bzw. nur sehr begrenzt nach Berufsgrup­ pen unterschieden. Damit ist aus dem Einkommensbericht nicht ohne weiteres herauslesbar, was beispielsweise Krankenschwestern oder angestellte Ärztinnen verd ienen. 1.3 Analyse von Kollektivverträgen Neben der ex post-Analyse von tatsächlich verdienten Einkommen bie­ tet d ie vorl iegende Arbeit auch eine ex ante-Analyse der Einkommen im Gesundheitsbereich: D ie Frage, welche Einkommen in verschiedenen Institutionen und verschiedenen Verwendungsgruppen im Gesundheits­ wesen erzielt werden können, kann am besten über eine Betrachtung der Kollektivverträge beantwortet werden. Versucht man allerdings im Bereich der Gesundheitsberufe die gelten­ den Kollektivverträge zu eruieren, so stößt man auf eine fast unüber­ schaubare Situation. Die allermeisten jener Angestellten, die in öffent­ lichen Spitälern arbeiten, sind gar nicht durch Kollektivverträge erfasst. Für sie gi lt derzeit das in den jeweil igen Landtagen im Gesetzeswege beschlossene Dienst- bzw. Besoldungsrecht (siehe h ierzu Abschnitt 3.5). Für die anderen konnten mit Stand November 2002 gezählte zehn ver­ schiedene Kollektivverträge eruiert werden (siehe Tab. 1 ) . 248