29. Jahrgang (2003), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft Sieverding, Monika, Psychologische Barrieren in der berufl ichen Entwicklung von Frauen - Das Beispiel der Medizinerinnen (Stuttgart 1 990). Statistik Austria, Jahrbuch der Gesundheitsstatistik für das Jahr 2000 (Wien 2002). Wiedenhofer-Galik, Beatrix, Leistung von Überstunden bzw. Schicht-, Wechsel- und Tur­ nusdienst, in: Statistische Nachrichten 9 (2002) 672-689. Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Einkommen von Arbeitnehmerinnen im Gesundheitsbereich. Neben den Verdiensten von Ärztinnen und Arbeitnehmerinnen im extramuralen Betreuungsbereich wurden vor allem jene von Krankenschwestern und Pflegehelferinnen genauer betrachtet. Die Sekundärstatistiken zeigen, dass jede zehnte erwerbstätige Frau inzwischen im Gesundheitswesen arbeitet und dass die Durch­ schnittseinkommen in diesem Bereich niedriger sind als die allgemeinen Durchschnitts­ einkommen - Männer müssen sich hier also an die Fraueneinkommen "nach unten" anpassen. Eine genaue Analyse der Kollektiwerträge und Besoldungsordnungen zeigt deutl ich , dass der Bereich von Uneinheitlichkeit geprägt ist: Es existieren neun Kollektiv­ verträge, ein Mindestlohntarif und neun Landesbesoldungsordnungen mit einem jeweils undurchschaubaren Zulagensystem. Am wenigsten verdienen die Arbeitnehmerinnen in den privaten Krankenanstalten bzw. jene Arbeitnehmerlnnen, die in den östlichen Bundesländern arbeiten. Die politischen Forderungen, die sich aus der Analyse ableiten, sind eine Vereinheitlichung der Kollektiwerträge, Durchlässigkeiten in der Ausbildung und eine klare Kampfansage an Lohndumping in diesem Bereich. 285