29. Jahrgang (2003), Heft 2 zu berücksichtigen, dass Kinder al lfäl­ lige Transfers an Erwachsene erhö­ hen können. Unterschiede gibt es bei Transfers an Ausländer und Asylsu­ cher, bei der Anrechnung von eige­ nem Einkommen und bei der Zahl der gearbeiteten Stunden. Insgesamt sind die Unterschiede in diesem Bereich zwischen den untersuchten Ländern nicht sehr groß. Im darauf folgenden Kapitel wird die Höhe der Transfers analysiert. Nach der Darstellung der institutionellen Regeln werden für nach Größe, Alter und Zusammensetzung unterschiedli­ che Haushaltstypen das durch Sozial­ hi lfe erzielbare Einkommen im Ver­ hältnis zu m Medianein kommen berechnet. Würden alle Armen diese Transfers erhalten, so gäbe es in Deutschland überhaupt kei ne extreme Armut mehr, und im Vereinigten Königreich wäre sie sehr gering. Die Armut, die in diesen beiden Staaten verbliebe, wäre Armut zwischen 50% und 60% des Medianeinkommens. ln Schweden gäbe es überhaupt keine Armut mehr. Die Differenz zwischen Wirtschaft und Gesellschaft der tatsächlichen Armut und der simu­ lierten Armut ist die Frage nach der I nanspruch nahme der Leistu ngen. Dabei geht es um bürokratische Strukturen, rechtliche Absicherung, Hilfestellung bei den Anträgen, Dauer der Armutsperioden und ähnliche Fra­ gen. Die Arbeit hat eine klare Fragestel­ lung. Sie ist methodisch gut gearbei­ tet, daher sind auch die Aussagen klar. Freilich können damit nicht alle Fragen bezüglich Armut i n diesen drei Ländern beantwortet werden. Aber das weiß auch die Autorin . I mmer wieder wird von ihr auf die Begrenzt­ heit der von ihr verwendeten Konzep­ te hingewiesen . Aber es ist wohl bes­ ser, enge Fragen genau zu beantwor­ ten, wenn man sich der Enge bewusst ist, als sich nur darüber zu verbreiten, was noch alles zu beachten wäre. Es wäre wünschenswert, wenn mit den Verfah ren von Christi na Behrendt auch österreichisches Datenmaterial bearbeitet würde. Peter Rosner 319