Wirtschaft und Gesellschaft 1 .) Der Arbeitsvermittlung kam eine g roße Bedeutung zu. Tatsächlich war diese jedoch nicht in allen Ländern hinreichend leistungsfähig. ln Polen schränkte etwa eine schlechte perso­ nelle und materielle Ausstattung ihre Effektivität erheblich ein. ln Tsche­ chien war die Arbeitsvermittlung dagegen sehr effektiv - und zwar nicht nur auf Grund einer besseren personellen und materiellen Ausstat­ tung der Arbeitsämter, sondern auch auf Grund der Pflicht der U nterneh­ men, sämtliche offenen Stellen zu melden . 2.) Die beruflichen Bildungsmaß­ nahmen haben den Tei l nehmern immer dann genutzt, wenn sie - wie im Falle der individuellen Bildungs­ maßnahmen in Ungarn und Tsche­ chien - auf ihre Vorkenntnisse und Interessen und den Bedarf der Unter­ nehmen zugeschnitten waren. 3.) Bei der Vergabe von Lohnsub­ ventionen wurden die Problemgrup­ pen nicht besonders berücksichtigt. Dies war für sie jedoch nicht unbe­ dingt von Nachtei l , denn die langfristi­ gen Beschäftigungschancen, so Feld­ mann, der durch Lohnsubventionen Geförderten verbesserten sich nicht etwa, sondern verschlechterten sich. 4.) Öffentliche Beschäftigungspro­ gramme zielten besonders auf die 332 29. Jahrgang (2003), Heft 2 Verringerung der Langzeitarbeitslo­ sigkeit. Probleme der Einkommensvertei­ lung im Transformationsprozess wer­ den abschließend in zwei Beiträgen genauer fokussiert: Horst Brezinski analysiert theoretisch und empirisch den Zusammenhang zwischen Trans­ formation und Einkommensverteilung, ergänzt durch einen Kom mentar von Jürgen G. Backhaus. Am Beispiel der tsch echischen Republik untersucht schließlich Jens Hölscher die Frage der Einkommens­ dynamik und der Stabilität im Trans­ formationsprozess, gefolgt von einem ausführlichen Kommentar von Tho­ mas Eger, der für eine stärkere Diffe­ renzierung - jenseits der klassischen Gegenüberstellung von "Privatsektor" und "Staatssektor" - plädiert. Alles in allem ist dies wiederum eine gelungene Publikation von Hans G. Nutzinger, die hoffentlich in Österreich - wegen der geografischen und histo­ rischen Nähe zu den ehemaligen Ost­ blockstaaten - auf großes Interesse stoßen wird, da Publikationen über Vertei lungsprobleme im Transforma­ tionsprozess hierzu lande eher rar sind. Josef Schmee