Wirtschaft und Gesellschaft 3 1 . Jahrgang (2005), Heft 1 in allen drei Erhebungen des Sozialen Survey Österreich ( 1 986, 1 993 und 2003) enthalten waren. l n d ieser Analyse können deshalb individuelle Ei­ genschaften, Verhaltensweisen, psychische Merkmale und derg leichen nicht berücksichtigt werden, obwohl auch diese wesentl ich zur Erklärung der Höhe des Einkommens beitragen könnten.5 Der Beitrag g liedert sich inhaltlich folgendermaßen: Im folgenden Ab­ schn itt werden einige Theorien zu den Bestimmungsgründen des Ein­ kommens besprochen . ln Abschnitt d rei werden die verwendeten Varia­ blen und ihre Oparational isierung dargestellt. Abschnitt vier enthält die empirischen Analysen. Abschließend werden noch ein ige kurze Schluss­ folgerungen gezogen. 2. Bestimmungsgründe des individuellen Einkommens 2.1 Individuelle Merkmale Die Merkmale eines Individuums können in erworbene und zugeschrie­ bene unterschieden werden. Die Auswirkungen der erworbenen Merkmale wie Bildung, Qualifikationen und dergleichen können vor allem unter dem Aspekt des Humankapitals d iskutiert werden,6 während askriptive Merk­ male wie Geschlecht, soziale Herkunft, Ethnie und dergleichen vor allem unter dem Aspekt der Diskriminierung, aber auch Bevorzugung gesehen werden.7 Nach der Humankapitaltheorie8 wird das Einkommen mit persönlichen Investitionen in Beziehung gesetzt: I nvestitionen in Bildung werden durch eine höhere Entlohnung ausgeglichen; Erwerbsunterbrechungen vermin­ dern das Humankapital und führen zu geringer Entlohnung, während sich bei stabilen Arbeitsverhältn issen das Humankapital erhöht und d ie Ent­ lohnung steigt. Ein zentrales Merkmal der österreichischen, aber auch an­ derer Gesellschaften ist die Bildungsexpansion . Hier stellt sich die Frage, ob sich die Bildungsinvestitionen noch im gleichen Maße lohnen oder ob z. B. das Einstiegsgehalt für hoch Qualifizierte seit 1 986 gesunken ist. Aus der Humankapitaltheorie kann - wie erwähnt - abgeleitet werden, dass im Allgemeinen mit zunehmendem Alter die Entlohnung steigt, da per­ sönliche Kompetenzen angeeignet werden.9 Ausnahmen gibt es natürlich bei Unterbrechungen oder einem ungewollten Arbeitsplatzwechsel in wo­ möglich schlechtere Bereiche. Gleichzeitig gibt es Unterschiede in der Hö­ he des Zuwachses nach Berufsgruppen, Altersgruppen und Geschlecht. Der zweite Aspekt auf individuel ler Ebene sind zugeschriebene Merk­ male wie Geschlecht, soziale Herkunft und dergleichen. Ein viel d isku­ tierter Aspekt ist der Unterschied im Einkommen zwischen Männern und Frauen. Dieser kann mit mehreren Ursachen in Verbindung gebracht wer­ den . Es könnte tatsächl iche Diskriminierung vorliegen, dass also eine ge­ ringere Entlohnung bei g leichen Merkmalen wie bei männlichen Kollegen 82