3 1 . Jahrgang (2005), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft 5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen Der Ausgangspunkt der Analysen dieses Beitrages war es, die Deter­ minanten des Einkommens unter Berücksichtung von individuellen Cha­ rakteristika, Merkmalen des Berufes bzw. Arbeitsplatzes und wirtschaft­ l ichen Rahmenbedingungen im S inne regionaler Untersch iede zu be­ trachten. Zusätzlich wurde versucht, Veränderungen, d ie über die drei Er­ hebungsjahre 1 986, 1 993 und 2003 stattfanden , festzustellen. Hinsichtl ich der drei unterschiedlichen Determinanten stellte sich deut­ lich heraus, dass individuelle Merkmale bedeutender sind als jene des Be­ rufs bzw. des Arbeitsplatzes und dass die reg ionalen Unterschiede den geringsten Einfluss zeitigten . Der geringe Einfluss regionaler Variationen ist unter Umständen auch darauf zurückzuführen, dass d ie Charakteristi­ ka einzelner Gebiete durch Kumul ierung individueller Eigenschaften zu­ stande kommen. Waren z. B. 1 986 oder 1 993 noch Effekte der Bundes­ länder Wien bzw. Vorarlberg auszumachen, so sind diese 2003 nicht mehr vorzufinden. Interessante Verschiebungen gab es auch zwischen den einzelnen Bran­ chen. Die Branche Sachgütererzeugung hat im E inkommen gegenüber vielen anderen Branchen deutlich an Boden gewonnen - trotz des Um­ standes, dass dieser Wirtschaftssektor im Vergleich zu den anderen im­ mer kleiner wird . Dies könnte man nun auf eine Erhöhung des Lohnnive­ aus in dieser Branche zurückführen oder aber auf ein Absinken in den an­ deren Branchen. Eine Betrachtung des mittleren Einkommens, basierend auf Angaben der Statistik Austria ,24 gibt für 2002 ein Pro-Kopf-Einkommen je Arbeitnehmer von 1 650 € netto pro Monat an. Für 1 993 beträgt der ent­ sprechende Wert 1 460 € . Zieht man nun zusätzl ich die I nflationsrate in Betracht, so l iegen d ie Einkommen von 2002 unter dem Wert von 1 993! Insofern wäre es also nicht überraschend, wenn sich die zweite Vermu­ tung bestätigen würde, nämlich dass alle anderen Branchen verloren ha­ ben . Bei den individuellen Eigenschaften wurde zwischen erworbenen und zugeschriebenen unterschieden. Hier zeigt sich, dass d ie soziale Herkunft seit 1 986 ihren Einfluss verloren hat. Welchen Beruf der Vater hat, ist 1 993 und 2003 unerheblich für das Einkommen seiner Kinder. 1 986 konnte von dieser Seite noch ein Einfluss festgestellt werden. Es kam also zu einer Verschiebung in Richtung erworbener Merkmale. Hier spielt die Bildung eine besonders prominente Rolle. Die Bedeutung der Schulbildung steigt im allgemeinen Modell seit 1 986 kontinuierlich an, wobei sie vor al lem für Frauen besondere Vorteile im Einkommen mit sich bringt. Die allgemeine Bi ldungsexpansion hat also nicht zu einer breiten Entwertung dieser Zer­ tifikate geführt. Die Kluft zwischen Männern und Frauen bleibt nach wie vor bestehen ; Frauen konnten 2003 aber durch eine höhere Ausbi ldung 95