3 1 . Jahrgang (2005), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft BERICHTE UND DOKUMENTE Effekte ausländischer Übernahmen Wirkungen auf Wachstum und . Produktivität der übernommenen Österreichischen Unternehmen Michael Pfaffermayr, Michael Wild, Christian Bellak 1. Das Forschungsprojekt "Multi­ nationale und Österreichische Unternehmen" Die Untersuchung zu den Effekten ausländischer Übernahmen ist nur ein Teilprojekt eines übergreifenden For­ schungsbereiches zum Thema "Multi­ nationale und Österreichische Unter­ nehmen". Dem hier vorzustel lenden Teilprojekt ist ein anderes zur Erklärung der Performanceunterschiede zwischen in- und ausländischen Unternehmen 1 vorangegangen. Derzeit wird das Pro­ jekt gerade mit Fallstudien zu den Ef­ fekten des Eigentumsüberganges fort­ gesetzt. Alle Projekte sind Teil einer seit dem Jahr 2003 bestehenden Koopera­ tion zwischen der Abtei lung "Wirt­ schaftspolitik" der Arbeiterkammer Wien und dem Institut für Volkswirt- schaftslehre an der WU Wien. Diese Projekte wurden nicht finanziel l , son­ dern durch die Bereitstel lung von Da­ ten der Abteilung Betriebswirtschaft der AK Wien2 unterstützt. Einen Schwer­ punkt dieser Projekte bilden die jewei­ l igen wirtschaftspolitischen Konse­ quenzen der Ergebnisse. Eine Be­ trachtung der Diskussion um die Aus­ wirkungen multinationaler Unterneh­ menstätigkeit führt nahezu unabhängig vom Zeitpunkt und vom jeweiligen Land sowie von der konkreten Ausgestaltung der Arbeitsbeziehungen zu dem Schluss, dass Multis gleichzeitig als ,gut' und als ,schlecht' für das Gast­ land3 beurteilt werden. Einerseits wer­ den positive Wohlfahrtseffekte auf­ grund von Wachstumswirkungen, die durch den Transfer von Technologie, Know-how und die Erweiterung des Kapitalstocks bedingt sind, erwartet. Andererseits werden nachteilige Wohl­ fahrtswirkungen durch zunehmende Anbieterkonzentration, eine Verschie­ bung der Einkommensvertei lung zu­ gunsten des Kapitals, Effekte auf Löh­ ne4 und eine Verringerung der wirt­ schaftspolitischen Souveränität des Gastlandes befürchtet. Nachdem heute der überwiegende Teil der Direktinvestitionen in Form von Übernahmen getätigt wird, werden po­ sitive Effekte insofern in Frage gestellt, als es sich dabei lediglich um einen Ei­ gentumswechsel ohne Effekte handeln könnte bzw. der neue ausländische Ei­ gentümer wertschöpfungsintensive Unternehmensfunktionen in das Aus­ land transferieren könnte. Von einer sol­ chen volkswirtschaftl ichen Betrach­ tungsweise ist die vorl iegende Unter­ suchung insofern abzugrenzen, als hier 1 13