31. Jahrgang (2005), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft len - das seriöse, konstruktive Lösen von Problemen scheint an Legitimationskraft einzubüßen. Diese Entsachlichung zeigt sich an leeren Phrasen, Sprechblasen und Schlagwortorien­ tierung des wirtschaftspol itischen Diskurses als Resultat der immer stärkeren Medienorientierung. Dies ist nicht nur vom in­ tellektuellen Standpunkt aus bedauerl ich, sondern es bringt mittel- und längerfristig auch beachtliche Kosten mit sich . Eine Versachlichung der Diskussion über wirtschaftspolitische Fragen, wie sie traditionell in der Kooperation der Sozialpartner angestrebt wurde, wäre somit dringend vonnöten. Dies könnte sicherlich mehr Sicherheit sicherstellen. Anmerkungen 1 Diese verfehlte Politik kann vortrefflich mit dem alten - möglicherweise dem Anarcho-Komiker Karl Valentin zuzuschreibenden? - Spruch cha­ rakterisiert werden: "Jetzt habe ich das Stuhlbein bereits zum dritten Mal abgeschnitten, und es ist noch immer zu kurz!" 2 Siehe dazu auch das jüngste Gutachten des Beirats für Wirtschafts- und Sozialfragen, Nr. 80 vom Februar 2005: Die makroökonomische Politik und die Lissabon-Strategie der EU (Wien 2005). 3 Vgl. dazu das Editorial in Wirtschaft und Gesellschaft Nr. 4/2003. 4 Lutz, Doris; Walterskirchen, Ewald, Aktive Beschäftigung in Österreich (Wien 2004). 5 Siehe dazu Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen (2005). 1 69