Wirtschaft und Gesellschaft in der Bewerbungsphase entgegen­ zustel len. Daher wäre es ebenso im Bereich der informellen Kompetenzen hi lfreich , Methoden und Systeme für deren Anerkennung und Identifizie­ rung zu entwickeln, damit auch nicht­ formale Kompetenzen zur beruflichen Karriere beitragen können. Wenn die berufliche Position tatsächlich auf den aktuell verfügbaren Kompetenzen und nicht nur auf formalen Qualifikationen basiert, würde dies auf die Arbeitneh­ merinnen (und speziell jene mit Migra­ tionshintergrund) motivierend wirken.9 4. Einsatzmöglichkeiten für Personen mit Migrationshintergrund in Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Aktivitäten 4.1 Fachliche Qualifikation Für den Einsatz von Personen mit Migrationshintergrund für grenzüber­ schreitende Aktivitäten ist das Bil­ dungsniveau von herausragender Be­ deutung. Für diesen Tätigkeitsbereich suchen die Unternehmerinnen in ers­ ter Linie Personal, das über eine gute formale Ausbildung verfügt. Die Perso­ nalsuche richtet sich insbesondere an kaufmännisches Personal, wobei es vorwiegend Positionen unterhalb der Managementebene zu besetzen gi lt. Diese Assistentlnnen, Vertriebsmitar­ beiterinnen oder (Export-)Sachbear­ beiterlnnen sollen in Zusammenhang mit Unternehmensaktivitäten in Ost­ und Südosteuropa vor allem adminis­ trative und organisatorische Agenden übernehmen sowie Vertriebs- bzw. Geschäftsleiterinnen unterstützen . Zur Ausübung dieser Aktivitäten wird hauptsächlich eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung bzw. ein HAK- oder HASCH-Abschluss gefor- 548 32. Jahrgang (2006), Heft 4 dert. Bei den seltener nachgefragten kaufmännischen Leitungspositionen, die Aktivitäten wie die Erschließung neuer Vertriebskanäle in Osteuropa, den Aufbau von Kundenkontakten und die Mitwirkung beim Struktur- und Organisationsaufbau umfassen, wird mindestens eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder ein Universitätsabschluss als Qual ifikati­ onsniveau vorausgesetzt. Bei den technischen Berufen, die ins­ gesamt deutlich weniger gefragt sind, steht auch der (technische) Vertrieb bzw. die Kundenbetreuung im Vorder­ grund. H ier besteht ebenfalls ein et­ was größerer Bedarf nach technischen Mitarbeiterinnen als nach technischen Leiterinnen. Auf beiden Ebenen wer­ den überwiegend Personen gesucht, die eine technische Ausbildung (min­ destens eine HTL) abgeschlossen haben. Bei den analysierten Leitungs­ positionen sind teilweise auch explizit Technikerinnen mit Universitätsab­ schluss gefragt. Im Bereich der Bau­ wirtschaft besteht ebenfalls vor allem Nachfrage nach Personal, das einen HTL-Abschluss vorweisen kann, da vor allem Bau- und Projektleiterinnen gesucht werden, die die Bauvorhaben in Osteuropa planen, betreuen und abwickeln können. Bei den weniger nachgefragten juristischen Positionen in Zusammenhang mit grenzüber­ schreitenden Aktivitäten wird auf den Abschluss eines Rechtsstudiums Wert gelegt. Die Unternehmen stellen somit bei der Besetzung von Schnittstellenpo­ sitionen im Allgemeinen hohe Anfor­ derungen an potenzielle Arbeitneh­ merinnen hinsichtlich der gewünschten formalen Qualifikationen. Eine Ge­ genüberstellung dieser Nachfrage mit dem in Wien verfügbaren Arbeitskräf­ teangebot zeigt allerdings eine man-