Wirtschaft und Gesellschaft weiterentwickelt werden im Sinne überschaubarer Zusammenhänge und Übergänge, in welchem erworbene Fä­ h igkeiten und Kenntnisse durchgängig berücksichtigt und anerkannt werden. Es gi lt , die Ausbildungswege insbeson­ dere zwischen den höheren Schulen und der Berufsausbildung miteinander zu vernetzen und zusätzlich mit einem systematischen lebensbegleitenden Lernen zu verbinden. Egal von wo man startet, sollen allen alle Bildungswege offen stehen, kombinierbar sein und sozialen Selektionen entgegenwirken. Jeder Teil des Bildungssystems hat Qual itätsstandards zu erfüllen. Be­ gabte sind besonders zu fördern , we­ niger Begabte bestmöglich zu unter­ stützen. Mehr Chancengleichheit soll durch verstärkte Förderung sowie Of­ fenheit für spätere Ausbildungswegs­ entscheidung und ein Angebot ganztä­ giger Schulen erreicht werden. • Ein kontinuierlich starkes Wirt­ schaftswachstum durch eine wachs­ tumsorientierte Wirtschaftspolitik und eine verstärkte aktive Arbeitsmarktpo­ litik soll zusätzliche Beschäftigungs­ möglichkeiten eröffnen. Die Sicherung benötigter Qualifikationen , auch durch ständige betriebliche und überbetrieb­ liche Bildungsmaßnahmen, ist vorran­ giges Ziel. • Arbeitsverfassung und Arbeitsrecht sind angesichts veränderter Arbeitsor­ ganisation und daraus resultierender veränderter Arbeitsverhältnisse zu überarbeiten. Ziel ist eine Kodifizierung des individuellen Arbeitsrechts zur Be­ seitigung der derzeitigen Rechtszer­ spl itterung. • Die Veränderungen in der Demogra­ phie sind für die Sozialpartner eine besondere Herausforderung. ln der Jugend liegt die Zukunft jeder Gesell­ schaft. Ihre volle Integration in qualita­ tiv hochwertige Beschäftigung ist Vo- 556 32. Jahrgang (2006), Heft 4 raussetzung für gerechte Einkommen der Jungen und deren umfassende Teilhabe am gesellschaftl ichen Leben. Die Chancengleichheit der Frauen ist durch verbesserte Erwerbsbeteil igung und Einkommensperspektiven sowie die dazugehörige Entwicklung der Rol­ lenbilder voranzutreiben. Ältere Arbeit­ nehmer in Beschäftigung zu halten ist ebenso ein Aktivitätsfeld wie ein zwi­ schen den Generationen faires Pensi­ onssystem und die Sicherstellung von Pflege und Betreuung im Alter. • Im Bereich Technologie und Wis­ senschaft muss Österreich verstärkt auf Schwerpunkte setzen und sich auf den anwendungsorientierten Be­ reich konzentrieren. Technolog ie- und Infrastrukturentwicklung sowie deren Umsetzung werden die Sozialpartner begleiten. Darüber h inaus müssen dringend Maßnahmen gesetzt werden, um den Anteil der Studierenden in den technisch-naturwissenschaftl ichen Fä­ chern zu steigern. • Kernstück der Sozialpartnerschaft war und ist eine funktionierende Lohn­ politik auf der Grundlage von Bran­ chenkollektivverträgen. Im Rahmen der Kollektivvertragsautonomie sollen aber künftig innovative Weiterentwick­ lungen, auch unter Berücksichtigung der betrieblichen Ebene z. B. in den Bereichen Entlohnung , Bildung oder Arbeitszeit, erfolgen. • Die Sozialpartner bekennen sich in der Frage der Ladenöffnungszeiten zu einem arbeitsfreien Sonntag. Begrün­ dete Ausnahmen sollen unter Einbin­ dung der regionalen Sozialpartner län­ derweise zulässig sein . • Die Lebensqualität der Menschen hängt von einer ausreichenden regio­ nalen Versorgung mit privaten und öf­ fentlichen Gütern und Dienstleistungen insbesondere für den täglichen Bedarf ab. Einer Stärkung der Nahversorgung