34. Jahrgang (2008), Heft 3 Wirtschaft und Gesellschaft 375 Märkte zu räumen. Sie stellen daher nur indirekt Arbeitswerte dar und werden durch Transformation der Arbeitswerte gewonnen, die aus der Warenproduktion stammen. Es macht dabei einen wesentlichen Unter- schied, ob und in welchem Umfang die Dienstleistungssektoren Gewinne machen können (sie werden u. a. durch S12 bestimmt). Welche Gleichge- wichtspreise w2 werden sich für die Dienstleistungen einstellen müssen? Die Summe aller Stückkostenanteile muss gleich dem Stückpreis der Dienstleistungen w2 sein: w1 A12 + w2 A22 + w2 C12 + w2 C22 + w1 S12 = w2 (25) oder, aufgelöst nach w2 w2 = w1 (R12 + S12 ) (E - R22) -1 (25a) 2.7 Höhere Preise durch Gewinne bei Dienstleistungen Die gesamte Wertsumme ? (die Summe aller Brutto-Produktionswerte) ergibt sich zu ? = w1 x1 + w2 x2 = w1 x1 + w1 (R12 + S12 ) (E - R22)-1 x2 = w1 x1 + w1 (R12 + S12) (E - R22)-1 (E – R22)-1 R21 x1 = n1 (E – A11)-1 [ E + (R12 + S12) (E - R22)-2 R21 ] x1 (26) Sie ist von S12 abhängig. Je größer S12, desto größer die gesamte Wert- summe. Dieses Ergebnis gibt zu denken: Obwohl der Arbeitseinsatz und die technisch-sozialen Bedingungen invariant bleiben, kann mit wachsen- dem S12 die nominale Brutto-Produktionswertsumme wachsen. Eine Kom- pensation durch ein notwendigerweise schrumpfendes S11 (das gesamte Mehrprodukt s1 = S11 x1 + S12 x2 ist ja konstant) ist nicht möglich, da S11 in der obigen Formel gar nicht vorkommt. Wie lässt sich dieses Ergebnis deuten? Das gesamte nominale Brutto- Produkt ? wird laut obiger Gleichung umso größer, je größer der von den Dienstleistungssektoren angeeignete Mehrwert wird, der durch das Pro- dukt aus den Arbeitsstückwerten w1 und der Matrix S12 bestimmt wird. Sein Minimum erreicht das Brutto-Produkt ?, wenn S12 = 0. Dann wird aber gleichzeitig das gesamte Mehrprodukt S11 x1 = s1, das die Wirtschaft erzeugen kann, ausschließlich von den und in die Sektoren der materiellen Produktion investiert. Die dienstleistenden Betriebe können keinen Mehr- wert aneignen, da sie bloß zu Reproduktionskosten remuneriert werden. Ein wachsendes S12 auf Kosten von S11 ist mit steigenden Preisen w2 der Dienstleistungen verbunden. Die höheren Preise w2 ermöglichen simultan dazu die Aneignung höherer Stück-Mehrwerte w1S12. Bei höheren Prei- sen, die von den Sektoren der materiellen Produktion für Dienstleistungen bezahlt werden, müssen erstere einen größeren Teil des gesamten Pro-