34. Jahrgang (2008), Heft 3 Wirtschaft und Gesellschaft 397 BERICHTE UND DOkUMENTE In den letzten Jahren wuchs die geringfügige Beschäftigung in Öster- reich zwar stets etwas stärker als die sozialversicherungspflichtige Be- schäftigung, aber die Unterschiede waren mit ein bis zwei Prozentpunkten überschaubar. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres zeigten sich aber seit langem erstmals wieder zweistellige Zuwachsraten über einen längeren Zeitraum. 1. Überblick Vom Jahr 2000 bis zur Jahresmitte 2007 war die geringfügige Beschäf- tigung insgesamt mit durchschnittlich 3,9% pro Jahr gewachsen. Mit 5,3% war das Wachstum dieser Beschäftigungsform bei den Männern sogar deutlich höher als bei den Frauen (3,3%) – bei allerdings erheblichen Un- terschieden in den Ausgangsniveaus. Wie Abbildung 1 zeigt, waren die Zuwächse in diesem Zeitraum ziemlich beständig und nur von wenigen, nicht übermäßigen Ausreißern unterbrochen. Bis auf wenige Monate la- gen die Zuwachsraten bei den Männern immer über denen der Frauen. Über den gesamten Zeitraum zeigt sich in den Zuwachsraten sogar ein leicht abnehmender Trend. In der zweiten Jahreshälfte 2007 kam es aber zu einer markanten Ände- rung dieser Entwicklung: Die Zuwachsraten stiegen von Monat zu Monat auf zunächst über 10% im Dezember an, und in der ersten Jahreshälfte 2008 beschleunigte sich die Entwicklung weiter bis auf über 20% – jeweils im Vorjahresvergleich. Wie aus Abbildung 1 auch zu ersehen ist, ist diese Entwicklung nicht einzigartig, denn vor der Jahrhundertwende gab es bereits zwei vergleich- bare Entwicklungen. In den Jahren 1997 und 1998 waren die monatlichen Zuwachsraten ebenfalls deutlich höher als nach der Jahrhundertwende, lagen aber mit sehr uneinheitlichen Schwankungen von Monat zu Monat Starker Anstieg der geringfügigen Beschäftigung kai Biehl