Wirtschaft und Gesellschaft 36. Jahrgang (2010), Heft 4 586 tion der zunehmend an Bedeutung gewinnenden Literatur zu regionalen Innovationssystemen ebenso wie ein Aufgreifen der Debatten um regionale Wettbewerbsfähigkeit und Standort- wettbewerb.13 Letztere Themen stellen zentrale Begrifflichkeiten der regiona- len Wirtschaftspolitik dar und würden sich als weitere politökonomische Bau- steine gut in das Buchkonzept einglie- dern lassen. Resümee Eigentlich sollte die Einhaltung der formalen Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens eine Selbstverständlichkeit für ein Lehrbuch darstellen. Doch Stör- mann lässt hier aus: Der Text ist unzu- reichend gegliedert, die Quellen wer- den schlampig zitiert, obwohl intensiv auf diese zurückgegriffen wird, die Ab- bildungs- und Tabellenbeschriftungen sowie Verweise im Text sind vielfach falsch, und das Literaturverzeichnis gleicht einer Baustelle. Neben diesen ‚formalen‘ Fehlern ist das Buch durch eine wenig leser- freundliche Didaktik gekennzeichnet. Fachwissenschaftlich lassen sich zahl- reiche Einwände vorbringen. Störmann hat im Wesentlichen eine Kompilation aus anderen Lehrbüchern und Aufsät- zen vorgelegt. Dem Leser wird neben einem guten Maß an Geduld ob der vielen Fehler ein solides Verständnis von Mathematik und Mikroökonomik abverlangt. Entstanden ist eine teilwei- se fehlerhafte, voluminöse Ansamm- lung von Theorien, deren spezifisch re- gionalökonomische Formulierung zum Teil unterbleibt. Wer sich für das interessante Feld der Regionalökonomik interessiert, der greife daher weiterhin entweder zu den deutschsprachigen ,Klassiker‘ von Maier, Tödtling und Trippl (2006) bzw. Maier, Tödtling (2006) oder dem neu- eren Lehrbuch von Eckey (2008) oder zu den englischen ‚Klassikern‘ von McCann (2001) und Armstrong, Taylor (2000). All diese Lehrbücher zeichnen sich durch hohe fachwissenschaftliche Qualität, klare regionalökonomische Orientierung bei gleichzeitig behutsa- mer und hilfreicher didaktischer Aufbe- reitung aus. Diese Kriterien erfüllt das vorgelegte Lehrbuch von Wiebke Stör- mann nur mangelhaft – trotz einiger als positiv zu bewertenden Neuerungen im Bereich der Stoffauswahl. Christian Reiner Anmerkungen 1 Eggert et al. (2007). 2 McCann (2001). 3 Dohse et al. (2005), Leamer (2007). 4 Schätzl (2003), McCann (2010). 5 Dohse et al. (2005). 6 McCann (2010). 7 Storper, Venables (2004). 8 Herr, Kazandziska (2007). 9 Camagni (2002). 10 Capello (2008). 11 Z. B. Boschma, Frenken (2005). 12 Reiner (2009). 13 Reiner (2008), Capello (2008). Literatur Armstrong, H.; Taylor, J., Regional econo- mics and policy (Oxford 32000). Boschma, R.; Frenken, K., Why is econo- mic geography not an evolutionary sci- ence? Towards an evolutionary econo- mic geography (=Papers in Evolutionary Economic Geography 1, Utrecht 2005). Camagni, R., On the concept of territorial competitiveness: Sound or misleading?, in: Urban Studies 13/39 (2002) 2395- 2411. Capello, R., Regional economics in its 50s: recent theoretical directions and future