Wirtschaft und Gesellschaft 37. Jahrgang (2011), Heft 1 34 24 Von Neumann [1947] (1961) 9. 25 Zum Gegensatz von klassischem und marginalistischem Ansatz in der Wert- und Ver- teilungstheorie vgl. u. a. Kurz und Salvadori (1995) Kapitel 1 sowie 13-15 sowie die dort zitierte Literatur. Zur Kritik von Walras an und zu dessen Missverständnis von Ricardos Theorie vgl. Kurz und Salvadori (2002). 26 Lucas (2004) 23. 27 In seiner Ansprache als Präsident bei der 115. Tagung der „American Economic As- sociation“ am 4. Januar 2003 in Washington, DC, war er jedoch weniger vorsichtig und äußerte die Meinung, dass das „central problem of depression prevention has been solved, for all practical purposes, and has been solved for many decades.“ Er fügte hinzu: „the potential for welfare gains from better long-run, supply-side policies exceeds by far the potential from further improvements in short-run demand manage- ment.“ Abschließend bemerkte er zum Fortschritt der Makroökonomik: „we are able to form a much sharper quantitative view of the potential of changes in policy to improve peoples’ lives than was possible a generation ago“ (Lucas (2003) 1 und 12; Hervorhe- bung im Original). 28 Keynes (1936). 29 Lucas (1980) 19; vgl. auch Lucas und Sargent (1978). 30 Ob es Hobson tatsächlich verdient hat, als „verrückt“ bezeichnet zu werden, ist hier nicht von Belang. Es genügt daran zu erinnern, dass Keynes unter anderem die fol- genden Autoren zitiert: Bentham, Böhm-Bawerk, Cassel, Edge worth, Irving Fisher, A. Hansen, Harrod, Hawtrey, Hayek, Jevons, Kahn, Kuznets, Marshall, Marx, J. S. Mill, Pigou, D. H. Robertson, Sraffa, Walras, Wicksell. Man muss sich fragen, welche Aus- gabe der „General Theory“ Lucas gelesen hat. 31 Lucas (2004) 23-4. 32 Goethe (1953) 44. Harvey Gram hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass Adam Smith in seinem Werk „The History of Astronomy“ einen ähnlichen Gedanken geäußert hatte, nämlich dass sich der menschliche Geist durch scheinbar einleuchtende Erklä- rungen von andernfalls unerklärlichen Phänomenen beruhigen lasse. 33 Blinder (1987) ist in dieser Hinsicht sehr entschieden: Keynes’ Herangehensweise sei deutlich wissenschaftlicher als diejenige von Lucas, Sargent oder Prescott. Er sieht in der NCE mehr „religiösen Fanatismus“ denn wissenschaftliche Hingabe und beklagt eine erstaunliche Missachtung von Tatsachen. 34 Dieser Autor ist natürlich Keynes selbst; vgl. Keynes (1936/2009) 135; Hervorhebun- gen hinzugefügt). 35 Vgl. Kurz (2011) 67-68. 36 Hier sei noch angemerkt, dass neokeynesianische Makromodelle auch anhaltende Ar- beitslosigkeit zulassen. Bereits Blinder (1987) 134 stellte die Frage: „What if there is a systematic tendency for output to be too low on average?“ Seine Antwort darauf: „Then the Keynesian goal of filling troughs without shaving off peaks starts to make sense.“ Im Unterschied zur klassischen Ökonomik führen die neokeynesianischen Modelle Arbeitslosigkeit jedoch auf Unzulänglichkeiten des Marktes und Störungen verschie- dener Arten zurück, die die Wirtschaft von einer zügigen (oder überhaupt von einer) Erreichung der Vollbeschäftigung abhalten; vgl. dazu die jüngste Arbeit von Blanchard und Gal? (2008). Grundsätzlich teilen alle diese Modelle das Konzept von Preisen als Knappheitsindizes, eine Ansicht, die bei den Klassikern nicht zu finden ist, wie die folgende Diskussion zeigt. 37 Vgl. Aghion und Durlauf (2005) 5. 38 Wollte Lucas (2004) 20 eine Rechtfertigung für den repräsentativen Agenten bieten, als er behauptete, dass Hume, Smith und Ricardo die Menschen annahmen „as basi- cally alike, pursuing simple goals in a pretty direct way, given their preferences”? Er