Die langfristige Entwicklung der Einkommenskonzentration in Österreich, 1957-20091 Teil II: Methodik und Ergebnisse Wilfried Altzinger, Christopher Berka, Stefan Humer, Mathias Moser 1. Einleitung Wir haben in einem ersten Teil dieser Studie2 einen ausführlichen Über- blick sowohl über die internationale als auch über die österreichische Lite- ratur zu langfristigen Entwicklung der Einkommensverteilung geboten. Dabei zeigte sich insbesondere für die vergangenen drei Jahrzehnte eine starke Zunahme der Konzentration, welche allerdings im angelsächsi- schen Raum stärker ausfiel als in den kontinentaleuropäischen Ländern. Die Beschreibung der vorliegenden Datengrundlage für Österreich zeigte, dass sich aufgrund der Erfassung der Einkommen in drei unterschiedli- chen Datenquellen (Lohnsteuer, Einkommensteuer, Integrierte Lohn- und Einkommensteuer) erhebliche Erfassungs- und Berechnungsprobleme ergeben. Darüber hinaus fehlen jedoch insbesondere für den Bereich der Kapitaleinkommen personenbezogene Statistiken. Im vorliegenden Teil der Arbeit wird zunächst der methodische Zugang zur Berechnung von Konzentrationsindikatoren dargestellt (Kap. 2), bevor in einem ausführlichen Teil die entsprechenden Ergebnisse dargestellt wer- den (Kap. 3). Aufgrund der teilweise widersprüchlichen Ergebnisse werden in einem eigenen Kapitel die Querverbindungen zwischen Lohn- und Ein- kommensteuerstatistik diskutiert (Kap. 4). Ein abschließendes Kapitel fasst zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit von Statistiken, welche Arbeits- und Kapitaleinkommen möglichst vollständig umfassen (Kap. 5). 2. Methodik 2.1 Interpolation der Einkommensanteile Wie in Kap. 3 von Teil 1 beschrieben, enthalten die publizierten Lohn- und Einkommensteuerstatistiken tabellarische Aufstellungen über eine 77 38. Jahrgang (2012), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft