Vorteile in diesem Bereich verfügt. Ohne nachhaltige F&E-Anstrengungen der westlichen Industrieländer besteht die Gefahr, dass diesbezüglich noch ein größerer Teil des Marktes für Ladestationen in Zukunft an die asiatische Konkurrenz verloren gehen wird. 4.2 Auswirkungen auf die Entwicklung von Rohstoff- und Energiemärkten Bei einer verstärkten Nutzung von Elektrofahrzeugen sollte aus gesamt- wirtschaftlicher Sicht – neben den bislang bereits diskutierten Punkten – ein besonderes Augenmerk auf der zukünftigen Entwicklung der relevan- ten Rohstoffmärkte liegen. In dem Maße, wie die Lithium-Ionen-Batterien durch eine vergleichsweise hohe Leistungsfähigkeit gekennzeichnet sind, ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach diesem Leichtmetall in den kommenden Jahren deutlich ansteigen wird. Folgt man aktuellen Pro- gnosen, soll sich der Markt für diesen Batterietyp bis zum Jahr 2020 – aus- gehend vom Status quo – auf ein Umsatzvolumen von rund 34,5 Mrd. Euro verdreifachen.40 Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass alle Unter- nehmen, die aktuell entsprechende Batterien auf dem Markt anbieten, von dieser positiven Entwicklung profitieren werden. So ist die gesamte Bran- che – vergleichbar der IKT-Branche zu Beginn der 1990er-Jahre – neben einigen großen Unternehmen durch eine Vielzahl kleinerer Betriebe gekennzeichnet, von denen nicht alle den anstehenden hohen Investi- tionsbedarf bewältigen können werden, der mit der skizzierten Marktex- pansion verbunden sein wird. Folglich ist absehbar, mit entsprechenden wirtschaftlichen „Schieflagen“ und Insolvenzen einzelner Unternehmen in diesem Bereich zu rechnen. Auch ist des Weiteren zu berücksichtigen, dass gegenwärtig mehr als 30% der globalen Produktion von Lithium durch ein einziges Unternehmen erfolgt (SQM in Chile), womit sich die Gefahr einer marktbeherrschenden Stellung mit entsprechend negativen Folgen für die zukünftige Preisent- wicklung dieses Rohstoffes verbindet. Hinzu kommt darüber hinaus, dass aus Sicht der Industrieländer die mengenmäßig größten Vorkommen von Lithium in geopolitisch unsicheren Regionen liegen (Bolivien, Afghanistan, China). Bisweilen wird sogar gemutmaßt, dass die weltweiten Lithium- Vorkommen für eine Massenfertigung entsprechender Batterien nicht aus- reichend sind. Mit beiden genannten Punkten verbindet sich die Schluss- folgerung, dass die aktuell im Mobilitätssektor bestehende Abhängigkeit von einem immer knapper werdenden Rohstoff (hier: Erdöl) lediglich durch die Abhängigkeit von einem anderen (sehr) knappen Rohstoff (Lithium) ersetzt wird. Aktuelle Schätzungen gehen allerdings davon aus, dass die bekannten Lithium-Vorkommen – selbst für den Fall einer stark ansteigen- den Nachfrage – über eine zeitliche Reichweite von mehr als hundert 120 Wirtschaft und Gesellschaft 38. Jahrgang (2012), Heft 1