nicht im Vorhinein postuliert werden kann und somit auch keine kla- re Hierarchie zwischen den Methoden herrschen kann, sondern sich eine durch die Fragestellung bedingte beste Analysemethode er- gibt.10 Damit wendet sich der Postkeynesianismus zum einen wieder- um gegen den ökonomischen Mainstream, der von einer zum einem klaren Priorisieren der Ökonomie im Vergleich zu anderen Sozialwis- senschaften ausgeht, und zum anderen die quantitative mathemati- sche Modellwelt gegenüber einer qualitativen Methode priorisiert. Demgegenüber postuliert der Postkeynesianismus – z. B. Dow (2001) – einen Pluralismus in Methode und Interdisziplinarität in der Analyse. 5. Der postulierte Pluralismus in Methode und Zugang zu ökonomischen Fragestellungen ermöglicht einen weiteren Eckpfeiler der postkeyne- sianischen Analyse, die Integration des historischen Kontexts als we- sentliche Grundlage zur Erforschung realwirtschaftlicher Phänomene. Damit wird wiederum ein Gegenpol zum ökonomischen Mainstream geschaffen, der eine a-historische Analyse vorstellt. Damit wird die historische Zeit,11 die Bedeutung, dass eine wirtschaftspolitische Maßnahmen, vor dem jeweiligen historischen Kontext greift und in diesen eingebettet werden muss, vor die Konzeption der logischen Zeit gestellt, die im Rahmen der Modellwelt des ökonomischen Main- stream herrscht und ermöglicht, dass sich ein wirtschaftspolitischer Eingriff im Verschieben von einzelnen Kurven in Grafiken widerspie- gelt, die jederzeit wiederum durch entgegengesetzte wirtschaftspoliti- sche Maßnahmen in ihre ursprüngliche Lage versetzt werden kön- nen. Diese mechanistische Vorgangsweise ist bei dem Anerkennen von historischer Zeit nicht mehr möglich und erschwert damit wieder- um die Schaffung eines allgemeinen – über den Zeitablauf und Raum hinweg – gültigen Modells. 6. Das bedeutet, dass damit vergleichende Analysen an Bedeutung ge- winnen und es ermöglichen, den jeweiligen historischen Kontext, der auch durch die jeweiligen institutionellen Gegebenheiten bestimmt wird, zu erfassen Dow ([1985] 75). verdeutlicht die unterschiedliche Bedeutung von Institutionen im ökonomischen Mainstream und dem postkeynesianischen Ansatz folgendermaßen: „The abstract main- stream model presumes an institutional structure (based on perfect competition) which essentially remains fixed. Post Keynesian theory, in contrast, presumes that institutional change is the norm, and indeed makes the historical development of economics (as societies) the main object of observation of economies …“ 7. John Maynard Keynes verdeutlichte in seinen Schriften – vor allem in „Treatise on Probability“ – immer wieder die Bedeutung von Unsicher- heit für ökonomische Entscheidungen.12 Dabei wird deutlich, dass es Grenzen für die mathematische Bestimmung von Risiko und damit für 39. Jahrgang (2013), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft 129